Pokerspiel ums Lingnerschloss: Ein Kommentar
Dresden - Wer übernimmt das Lingnerschloss für die nächsten 44 Jahre?
Die Insolvenzverwaltung verschärft den Ton und setzt den Stadträten quasi die Pistole auf die Brust. Entweder sie nicken den Vergleich ab und machen die Herren Bohn und Kreider zu den neuen Schlossherren - oder sie riskieren einen weiteren Rechtsstreit, Millionenkosten und ein verriegeltes Schloss.
Von dieser Drohkulisse der Insolvenzverwaltung und des investoreneigenen Lingner-Forums darf sich der Rat nicht unter Druck setzen lassen! Wie will der Insolvenzverwalter den Gläubigern erklären, dass er lieber jahrelang vor Gericht pokert, statt zügig mit der zweiten Bietergruppe zu verhandeln?
Ein neuer Vergleich wäre abstimmungsreif, bevor das Oberlandesgericht wieder tagt. Scheitert auch dieser, könnte die Stadt immer noch selbst die Ablösesumme stemmen - auch das bedient die Gläubiger vollumfänglich.
OB Dirk Hilbert hätte die Räte viel früher mitnehmen müssen. Seine Vorlage nun im Schweinsgalopp nach dem Motto "Friss oder stirb" durchzupeitschen, wird dem Lingnerschloss als Dresdner Herzenssache nicht gerecht.
Ein "Nein" am Donnerstag ist kein Schreckensszenario, sondern die Chance auf einen sauberen Neuanfang im Sinne des Erbes von Karl August Lingner und der Dresdner.
Titelfoto: Bildmontage: Eric Münch (2)
