Dresden - Die Ostsächsische Sparkasse bietet jetzt erstmals einen Videoservice in einer Filiale an. Hier sollen Probleme nicht mehr am Schalter Face-to-Face, sondern mithilfe eines auf einem Bildschirm zugeschalteten Bank-Mitarbeiters geklärt werden. TAG24-Redakteurin Jacqueline Grünberger kommentiert die Neuerung.
Passiert beispielsweise ein Überweisungs-Fauxpas, kann der Videoservice nach 18 Uhr der Rettungsanker sein. Damit die Fehlüberweisung am Ende doch noch beim richtigen Empfänger landet. Ein Dresdner Mitarbeiter hilft einem dabei - live und in Farbe. Allein das Gesicht eines echten Mitarbeiters kann beruhigend wirken. Man hat das Gefühl: Da kümmert sich jemand.
Allerdings sind die "Video-Zeiten" - werktags von 8 bis 19 Uhr - nicht mehr zeitgemäß. Denn meist drückt der Schuh eben dann, wenn Sparkassen und Banken geschlossen sind - etwa Sonntagabend.
Ich bin mit 30 Jahren vielleicht nicht die beste Referenz, um "neumodische" Technik zu beurteilen. Versetze ich mich aber in eine Rentnerin, die vielleicht nicht einmal ein Smartphone besitzt, sieht die Sache schon anders aus.
Gerade bei Menschen, die statt Online-Banking lieber in eine Filiale an den Schalter gehen, wirkt ein riesiger grauer Kasten mit Bildschirm, Knopf und Scan-Pult möglicherweise abschreckend.
Immerhin: Auf die Filialmitarbeiter soll - laut Sparkasse - nicht komplett verzichtet werden. Doch ich kann mir gut vorstellen, dass der neue Videoservice irgendwann alle Vor-Ort-Mitarbeiter ersetzen wird und nicht mehr nur eine "Ergänzung" ist.