37-Jährige flieht nach Tschechien, um ihren Studienkrediten zu entkommen

Prag - Weil sie die Rückzahlung ihrer Studienkredite als psychisch belastend empfand, floh Amanda Lynn Tully (37) kurzerhand nach Tschechien. Im Netz sorgte sie damit für kontroverse Diskussionen.

Wegen zu hoher Studienschulden wechselte Amanda (37) ihren Wohnort.
Wegen zu hoher Studienschulden wechselte Amanda (37) ihren Wohnort.  © Screenshot: Instagram/_saladmander

Amanda, die 2017 einen Masterabschluss in Denkmalpflege an der University of Oregon erwarb, fand nach eigenen Angaben keine passende Anstellung.

Weniger als ein Jahr nach ihrem Abschluss zog sie deshalb in die tschechische Hauptstadt Prag, wo sie seither lebt und arbeitet. Insgesamt belaufen sich ihre Studienschulden auf rund 65.000 Dollar (etwa 56.000 Euro).

Gegenüber der New York Post erklärte Amanda, sie sei "finanziell nie stabil" gewesen und habe als Jugendliche eine schwere Zeit durchgemacht. Zudem sei selbst die vergleichsweise geringe Rückzahlung von 60 Dollar pro Monat psychisch sehr belastend gewesen.

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Zwar war die junge US-Amerikanerin in einem einkommensabhängigen Rückzahlungsprogramm eingeschrieben, das nach 20 Jahren einen Schuldenerlass ermöglichen kann, doch stellte sie die Zahlungen nach ihrem Umzug vollständig ein.

Aufgrund von mehreren Berichten in US-Medien habe Amanda auch Hass im Netz erfahren müssen, sagte sie.

Schon kurz nach ihrem Abschluss zog die US-Amerikanerin in die tschechische Hauptstadt Prag.
Schon kurz nach ihrem Abschluss zog die US-Amerikanerin in die tschechische Hauptstadt Prag.  © 123RF/dmalihin

US-Absolventin flieht vor Studienkrediten: Heftige Kritik im Netz

Nur vereinzelt habe es Verständnis für ihre persönliche Situation gegeben, sagte die 37-Jährige. Die überwiegenden Reaktionen seien sehr kritisch gewesen. Viele Nutzer hätten ihr Verhalten als verantwortungslos bezeichnet und gemeint, sie würde sich ihren Verpflichtungen entziehen. Andere forderten, sie nie wieder in die USA einreisen zu lassen.

In manchen Kommentaren habe Amanda auch schlimme Begriffe wie "Loser" und "weinerliche Bitch" lesen müssen, was ihr emotional jedes Mal sehr zugesetzt habe.

Heute arbeitet die US-Amerikanerin in Prag im Bereich E-Learning. Dabei sei sie jederzeit auch weiterhin offen für neue berufliche Möglichkeiten, so Amanda.

Titelfoto: Bildmontage: Instagram/_saladmander, 123RF/dmalihin

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