37-Jährige gibt sich als 12-Jährige aus und wird von Paar adoptiert
Pirabeiraba (Brasilien) - In Brasilien hat eine erwachsene Frau einen irren Identitätsbetrug begangen. Die 37-Jährige gab sich als Zwölfjährige aus und brachte ein Paar dazu, sie aufzunehmen. Ihr Lügenkonstrukt geriet erst nach über einem Jahr ins Wanken, als ein Familienmitglied misstrauisch wurde. Nun sitzt das angebliche Kind in Haft.
Unter dem Decknamen "Gabriele" wandte sich das angebliche Kind zunächst an eine Kirche in Joinville, die im südbrasilianischen Bundesstaat Santa Catarina liegt. Sie gab vor, dass sie vor ihrem gewalttätigen Vater aus einem anderen Bundesstaat geflohen wäre und nun Schutz suche.
Mitglieder der Kirchengemeinde fassten sich laut Daily Star ein Herz und organisierten für sie nicht nur finanzielle Unterstützung, sondern boten ihr auch ein Zimmer bei sich an. Das Paar schloss die vermeintlich 12-Jährige ins Herz und nahm sie in ihre Familie auf.
Während ihrer Zeit im Stadtteil Pirabeiraba wurde die Betrügerin von ihren Pflegeeltern wie ihr eigenes Kind behandelt.
Ihr erwachsenes Erscheinungsbild begründete "Gabriele", die eigentlich Amanda Maria Sousa Oliveira heißen soll, damit, an Autismus und anderen gesundheitlichen Problemen zu leiden. Sie behauptete, dass ihre biologischen Eltern sie gezwungen hätten, Hormone einzunehmen, was dazu führte, dass sie im Gesicht reifer aussah.
Um ihren irren Betrug nicht auffliegen zu lassen, legte sich die 37-Jährige ins Zeug: Sie trank aus Babyflaschen, nutzte einen Schnuller und schlief stets mit einer Schmusedecke. Zudem sprach sie mit hoher Stimme und sorgte mit vorgetäuschten Panikattacken dafür, dass das ahnungslose Paar überwiegend Mitleid für sie empfand.
37-Jährige gibt vor, ein Kind zu sein: Ahnungsloses Paar wohnt über ein Jahr mit ihr zusammen
Ihre Schulpflicht konnte sie umgehen, indem sie ihre Pflegeeltern belog, dass die Anmeldung an einer Schule dazu führen würde, dass ihr brutaler Vater sie so aufspüren könnte.
Die Familie sorgte gut für "Gabriele", kümmerte sich um teure Medikamente gegen Fettleibigkeit und richtete ihren angeblich 12. Geburtstag für sie aus. Nach den 14 Monaten zog das Paar sogar in Erwägung, die Betrügerin offiziell zu adoptieren. Dazu sollte es aber nicht mehr kommen.
Ein Mitglied der Familie traute dem vermeintlichen Mädchen irgendwann nicht mehr über den Weg und schaltete die Polizei ein. Am 2. Juni klickten dann die Handschellen.
Bei einer Vernehmung legte Amanda Maria Sousa Oliveira direkt ein Geständnis ab. Es kam heraus, dass die einschlägig vorbestrafte Frau ihre Masche bereits mehrfach an verschiedenen Orten im Land durchgezogen hatte.
Brasilianerin zog Betrug in mehreren Bundesstaaten durch
In einem Fall aus dem Jahr 2023 hatte sie sich demnach als zwölfjährige "Maria Eduarda" ausgegeben, die angeblich ihre Heimat auf der Flucht vor okkulten Ritualen verlassen hatte. Damit konnte sie nicht nur einen Stadtrat, sondern auch den Leiter eines Kinderschutz-Projektes überzeugen, der ihr anschließend unter anderem eine Wohnung anmietete und einrichtete. Um ihre vermeintlichen Misshandlungen beweisen zu können, stach sie laut Polizei rund 100 Nadeln in ihren eigenen Körper.
Als ihr Betrug damals aufflog, wurde sie zunächst in Gewahrsam genommen, kam dann aber unter Auflagen wieder frei. Das Problem: Da keine Ausweispapiere vorliegen, weiß niemand sicher, wie die 37-Jährige wirklich heißt.
Nun sitzt sie erneut in Untersuchungshaft und muss sich wegen Betrug und Identitätsschwindel verantworten.
Titelfoto: Bildmontage/Screenshot/X/@bicmuller

