Sevilla (Spanien) - Die umstrittenen Stierkämpfe in Spanien haben jüngst ein bekanntes Opfer gefordert: Ein als "König der Stierkämpfer" bekannter Matador wurde von einem der Tiere übel am Hinterteil aufgespießt. Nun meldete sich der Schwerverletzte aus dem Krankenhaus.
Morante de La Puebla (46), bürgerlich José Antonio Morante Camacho, ist einer der berühmtesten Matadoren der Welt. Zu Beginn der Woche wurde er in der Arena Maestranza in Sevilla von einem 512 Kilogramm schweren Stier wortwörtlich aufs Horn genommen.
Auf einem von La Puebla selbst geposteten Video ist zu sehen, wie das wild umherspringende Tier namens Clandestino sein Muleta, das markante rote Matadoren-Tuch, durchstößt – und mit seinem linken Horn den 46-Jährigen aufgabelt.
Sofort hält der Stierkämpfer sich am Boden liegend sein Gesäß, ehe das Tier schon wieder auf ihn losstürmen will. Der Stier wird nach einem weiteren Trampler von erneuten Attacken abgehalten und La Puebla aus der Arena geschafft.
Wie die spanische Zeitung La Nacion berichtete, verletzte sich der "König der Stierkämpfer" schwer und musste notoperiert werden. Laut medizinischem Bericht habe er eine "Stierhornwunde am hinteren Analrand" mit einer Tiefe von zehn Zentimetern sowie eine Perforation von 1,5 Zentimetern am Enddarm erlitten.
Morante de La Puebla alias José Antonio Morante Camacho postete das Unglück auf seiner Insta-Seite
Berühmter Matador spricht von "schmerzhaftestem Angriff"
Einige Tage später meldete sich Camacho auf Instagram zu Wort, erklärte, dass er "unerträgliche Schmerzen und große Angst" gehabt habe. Es sei der schmerzhafteste Angriff von einem Stier gewesen, den er je erlebt habe.
Er könne derzeit kaum schlafen und habe keinen Appetit. "Ehrlich gesagt, habe ich starke Schmerzen. [...] Ich hoffe, dass ich das mit etwas Geduld überstehen werde."
Morante de La Puebla ist der wohl bekannteste Matador Spaniens. Schon in der Vergangenheit hatte er sich von Verletzungen nicht einschüchtern lassen, sondern kehrte immer wieder zu dem höchst umstrittenen Spektakel zurück. Allein in Sevilla ist er dieses Jahr viermal eingeplant. Doch ob und wann er wieder eine Arena betreten wird, ist bislang unklar.