Buch vor 119 Jahren aus Bibliothek ausgeliehen und behalten: Diese Strafe droht

New Bedford (USA) - Vor 119 Jahren ging jemand in die Bibliothek von New Bedford und lieh sich Fachliteratur aus. Dem Leser gefiel das Buch offenbar so gut, dass er es nie zurückbrachte. Nun ist es wieder da.

Das Buch stand offenbar all die Zeit in einem privaten Bücherregal. (Symbolbild)
Das Buch stand offenbar all die Zeit in einem privaten Bücherregal. (Symbolbild)  © 123RF/jvdwolf

Am 14. Februar 1904 wollte ein neugieriger Bibliotheksgänger sein Wissen über Naturwissenschaften vertiefen und lieh sich ein Buch des Physikers James Clerk Maxwell (1831 bis 1879) aus. Die Erstausgabe, mit dem deutschen Titel "Die Electrizität in elementarer Behandlung", wurde seitdem nie wieder gesehen.

Nun berichtet die Nachrichtenagentur AP, dass das Werk wieder in der Bibliothek von New Bedford (US-Bundestaat Massachusetts) aufgetaucht ist. Zuvor sichtete ein Kurator mehrere Kisten gespendeter Bücher und entdeckte den Bibliotheksstempel von 1904.

"Ausgeliehen" stand drauf - das Buch wurde also nie zurückgebracht.

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Man verlange umgerechnet fünf Cent am Tag Säumnisgebühren bei überfälligen Büchern, heißt es bei der Bibliothek. Das wären in diesem Fall rund 2000 Euro.

Glück für die Erben des Bücherwurms: An der Bibliothek von West Bedford gibt es einen Maximal-Verspätungs-Zuschlag: entgegenkommende zwei Euro.

Was ist das Buch überhaupt wert?

Die Bibliothek bekam ihr Buch nach mehr als einem Jahrhundert zurück. (Symbolbild)
Die Bibliothek bekam ihr Buch nach mehr als einem Jahrhundert zurück. (Symbolbild)  © 123rf/cboswell

"Dieses Buch kam in extrem gutem Zustand zurück", freut sich Olivia Melo, die Direktorin der öffentlichen Bibliothek. "Jemand hat es offensichtlich in einem schönen Bücherregal aufbewahrt, denn es ist so gut erhalten und wurde wahrscheinlich in der Familie weitergegeben."

Das Werk über Elektrodynamik wurde 1881, zwei Jahre nach dem Tod des bekannten Physikers veröffentlicht. Was das dünne Buch genau wert ist, kann die Bibo-Chefin nicht sagen. Es soll wertvollere Exemplare der Schrift geben.

Für Bibliothekarin Melo ist das aber nicht entscheidend. Sie sagt: "Der Wert des gedruckten Buches liegt darin, dass es nicht digital ist und niemals verschwinden wird. Wenn man es in der Hand hält, hat man das Gefühl, dass jemand dieses Buch vor 119 Jahren besaß und es gelesen hat", sagt sie.

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Die Kennerin ergänzt: "Es wird auch in hundert Jahren noch da sein. Ein gedrucktes Buch wird immer wertvoll sein."

Titelfoto: 123rf/cboswell

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