Wegen horrender Energiepreise: Stadt erlaubt nur noch 30 Minuten Heizen am Tag?

Kassel - Die immer weiter steigenden Energiepreise machen den Deutschen deutlich zu schaffen. Vor allem angesichts der kälteren Jahreszeiten dürfte es ziemlich teuer werden - zumindest wenn man keine entsprechenden Maßnahmen trifft. So dachte wohl auch die politische Leitung einer deutschen Großstadt, was ein vermeintlich offizielles Schreiben an deren Bürger zumindest glauben ließ.

Derzeit steigen die Gaspreise ins Unermessliche. Doch trifft diese hessische Großstadt wirklich derart knallharte Sparmaßnahmen? (Symbolfoto)
Derzeit steigen die Gaspreise ins Unermessliche. Doch trifft diese hessische Großstadt wirklich derart knallharte Sparmaßnahmen? (Symbolfoto)  © 123rf/andreypopov

In den vergangenen Tagen und Wochen landete in zahlreichen Briefkästen ein Schreiben, das bei den jeweiligen Bürgerinnen und Bürgern zunächst für eine heruntergeklappte Kinnlade sorgte, ehe es für reichlich Ärger sorgte.

Denn tatsächlich wurde in dem offiziellen Schreiben der Stadt Kassel und der Städtischen Werke AG haarklein erklärt, was sich ab dem 1. Oktober in Bezug auf Wasser-, Strom- und Heizungsgebrauch ändern würde - und diese Vorgaben hatten es ganz schön in sich.

So sei täglich lediglich 30 Minuten heizen erlaubt - und das maximal auf Stufe drei. Doch damit lange nicht genug. Auch der Warmwasserverbrauch solle drastisch eingeschränkt werden. Von Montag bis Samstag dürfe man dies - je nach zuvor bestimmter Zeitzone - beispielsweise nur noch von 4 bis 8 Uhr sowie von 20 bis 22.30 Uhr nutzen.

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Wer also regelmäßig frisch geduscht zur Arbeit gehen möchte, der sollte sich ab Oktober regelmäßig einen Wecker stellen und keinesfalls die Uhr aus dem Auge verlieren. Denn laut dem Schreiben würde jeder Verstoß gegen die neuen Regeln ein Bußgeld von 5000 Euro nach sich ziehen.

Jetzt grätschte die Stadt Kassel jedoch dazwischen und teilte mit - alles nur Quatsch! Auf ihrer Facebook-Seite veröffentlichte die documenta-Stadt ein Exemplar des vermeintlich offiziellen Dokuments und teilte mit: "Es gibt kein solches Schreiben von der Stadt" und ergänzte für den Fall des Erhalts lediglich "Ignorieren und wegwerfen".

Ein genauer Blick macht Fälschung schnell deutlich: Das Aufreger-Schreiben in seiner vollen Pracht

Doch ein genauer Blick auf das Foto der Fake-Verfügung machte auch ganz ohne städtische Warnung deutlich, dass es sich nur um einen Dumme-Jungen-Streich handeln konnte. Besonders die teils unrund wirkenden Formulierungen sowie eine äußerst eigene Art Formatierung und der ein oder andere Rechtschreibfehler ließen sicherlich beim ein oder anderen Empfänger umgehend Zweifel aufkommen.

Bleibt nur zu hoffen, dass sich auch jeder nicht so aufmerksame Adressat nicht an die wahnwitzigen Energiesparmaßnahmen hält.

Titelfoto: Montage: 123RF/andreypopov, Facebook/Kassel.de

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