Quebec (Kanada) - Eine non-binäre Person erhielt eine Entschädigung, weil sie sich durch einen Friseursalon in Kanada diskriminiert fühlte, der ausschließlich Herren- und Damenhaarschnitte anbot.
Wie CTV News berichtet, war die Erfahrung von Alexe Frédéric Migneault bei der Online-Buchung des Friseursalons so belastend, dass Alexe anschließend anderthalb Jahre arbeitsunfähig war.
"Ich befand mich bereits in einer schweren psychischen Krise, und das hat dazu geführt, dass ich vollständig erwerbsunfähig wurde", behauptet die non-binäre Person, die inzwischen eine Glatze trägt.
Die weder männlich noch weibliche Persönlichkeit mit den Pronomen they/them reichte schließlich Beschwerde bei der Menschenrechtskommission gegen den Friseursalon ein.
Die Mitinhaberin des Salons, Alexis Labrecque, erklärte, dass die Richtlinie nichts mit Ideologie zu tun habe.
Sie betonte, dass das System auf eine minutengenaue Abrechnung zugeschnitten sei, da ein Damenhaarschnitt "in der Regel länger dauert als ein Herrenhaarschnitt".
Der Friseursalon musste 500 US-Dollar Schadenersatz zahlen
Alexe empfand die Richtlinie jedoch als persönliche Beleidigung für non-binäre Personen und verklagte den Salon auf Schadenersatz. "Es ist weder fair noch rechtens, mir zu sagen: 'Nein, weil Sie nicht in mein Weltbild passen, möchte ich nichts mit Ihnen zu tun haben und Sie nicht als Kunden haben'", so Alexe gegenüber CTV News.
Der Friseursalon aktualisierte kurz darauf das Buchungssystem auf der Website und ergänzte eine geschlechtsneutrale Option.
Vor Gericht ordnete ein Richter am 19. Februar 2026 an, dass der Salon 500 US-Dollar (rund 424 Euro) Schadensersatz an Alexe zahlen müsse.
"Es handelte sich um Diskriminierung, und non-binäre Menschen sollten nicht gezwungen werden, sich zwischen Mann und Frau zu entscheiden, wenn sie sich nicht als solche identifizieren wollen", erklärte Alexe.
Es ist nicht das erste Mal, dass Alexe für Gesprächsstoff sorgte. 2023 trat die weder männlich noch weibliche Person vor dem Gebäude der öffentlichen Krankenversicherung in Quebec in einen öffentlichen Hungerstreik, um die Einführung einer geschlechtsneutralen Option "X" auf den Krankenversicherungskarten zu erreichen - mit Erfolg.