Kurioses Urteil: Weil Sohn Chicken Nuggets so sehr liebt, wird vorbestrafter Vater nicht abgeschoben
London (England) - Als er selbst noch ein Teenager war, reiste der heute 39-jährige Klevis Disha im Jahr 2001 unter falschem Namen und falscher Herkunft nach England ein. Er erhielt die britische Staatsbürgerschaft, doch die wurde ihm entzogen, nachdem er 2021 straffällig wurde. Nach jahrelangem Prozess sollte er zurück nach Albanien abgeschoben werden, wäre da nicht die Liebe zu britischen Chicken Nuggets seines Sohnes.
Der zehnjährige Junge, der in Gerichtsakten ausschließlich "C." genannt wird, leidet nämlich an mehreren "Nahrungsmittelunverträglichkeiten, sensorischen Problemen sowie Schwierigkeiten bei der Kommunikation von Emotionen". Das geht aus einem Bericht der britischen Online-Zeitung "Independent" hervor.
Um diese Probleme zu veranschaulichen, wurde den Geschworenen eine Akte vorgelegt, in der steht, dass der Junge eine akute Abneigung gegen "ausländische Chicken Nuggets" habe und er keine außer die britischen essen würde.
Das Gericht kam zu dem Schluss: In Anbetracht der Sensibilität des Sohnes wäre das Urteil, den Vater zurück nach Albanien abzuschieben, "unverhältnismäßig hart".
Zwar war der Staatsgewalt diese Beeinträchtigung des Sohnes nicht bekannt, jedoch konnten die Verteidiger des Angeklagten Förderpläne vorlegen, um die "emotionale Selbstständigkeit" und "sein Lesen und Schreiben" zu unterstützen.
Politische Opposition ist mit Gerichtsurteil nicht einverstanden
Doch nicht alle waren mit dem Urteil zufrieden. Die damalige Innenministerin Yvette Cooper (56) legte im August des vergangenen Jahres Berufung ein. Sie war der Meinung, dass es nicht genug Beweise dafür gibt, dass das Gerichtsurteil gegenüber C. unverhältnismäßig ist.
David Merrigan, der Richter des obersten Verwaltungsgerichts, stimmte Cooper zu und ließ die Berufung durch die Geschworenen erneut prüfen, heißt es in einem Artikel von "GB News".
Die Verhandlungen gingen in die nächste Runde, doch das Gericht gab Disha und seinem Sohn erneut recht und blieb dabei, dass eine Abschiebung für den Jungen ein "unverhältnismäßig hartes Urteil" ist. Vater und Sohn dürfen also als Migranten im Land bleiben.
Schatten-Innenminister Chris Philp (49) wetterte: "Dieser Fall zeigt, wie Scheinasylbewerber und ausländische Kriminelle skrupellos Menschenrechtsgesetze und schwache Richter ausnutzen, um in Großbritannien zu bleiben, obwohl der gesunde Menschenverstand eindeutig sagt, dass sie ausgewiesen werden sollten."
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