Leute fragen ihn, ob er eine Grusel-Maske trägt: Darum sieht dieser Mann so besonders aus
Birmingham (Vereinigtes Königreich) - Wenn Amit Ghose (36) vor die Tür geht, zieht er alle Blicke auf sich: Der Mann aus Großbritannien hat eine einzigartige Gesichtshälfte, gezeichnet von einer Krankheit, mit der er bereits auf die Welt kam und die ihm das Leben oft zur Hölle macht.
Amit wurde mit Neurofibromatose Typ 1 geboren. Das seltene, genetisch bedingte Leiden, das auch "Von-Recklinghausen-Krankheit" genannt wird, betrifft hauptsächlich die Haut und das Nervensystem.
Bei Amit sorgte die Krankheit laut News18 dafür, dass er bereits 26 Operationen über sich ergehen lassen musste.
Während die eine Gesichtshälfte völlig normal aussieht, fällt die andere Seite durch verschobene Proportionen auf. Hinzu kommt, dass ihm bereits im Alter von 11 Jahren ein Auge entfernen werden musste.
Vor allem die Schulzeit war für Amit "einsam" und "schmerzhaft". "Ich wurde angestarrt. Auf mich wurde gezeigt. Ich wurde ausgelacht", schreibt er auf seinem Instagram-Profil, wo seine Inhalte bereits millionenfach geklickt wurden. "Ich lernte sehr früh, mich kleinzumachen."
Die schlimmsten Kommentare erhielt er aber demnach von Erwachsenen. So warf man ihm vor, dass sein Gesicht eine Strafe für die Sünden seiner Familie sei. "Ich hasste Spiegel. Ich mied Fotos. Ich wollte mich vor der Welt verstecken."
Mann mit Augen-Prothese leidet unter Mobbing
Doch Amit schaffte es, sich von den Gemeinheiten freizumachen und zu realisieren, dass er nicht das Problem sei. Dabei half ihm vor allem seine Frau, die er 2021 heiratete.
Im Gespräch mit "NeedToKnow" erinnert sich der Brite an ihre Worte, die sie vor ihrer Trauung an ihn gerichtet hatte: "Amit, ich heirate nicht nur eine Seite deines Gesichts, sondern dein ganzes. Lerne also, dich selbst zu lieben."
Die Liebe seine Frau brachte ihn dazu, sein Äußeres zu akzeptieren und von der Welt zu erwarten, so angenommen zu werden, wie er nun einmal ist. 25 Jahre nach dem Verlust seines Auges könne er endlich wirklich glücklich sein.
Trotzdem kämpfe er im Alltag noch immer mit Mobbing, Missverständnissen und schockierten Blicken. So wurde der Angestellte einer Anwaltskanzlei in Birmingham schon oft gefragt, ob er eine Halloween-Maske trage oder einen speziellen Filter über seine Videos lege, um Klicks zu generieren.
"Was ihr seht, ist echt", versichert Amit auf Instagram, wo er unter anderem zeigt, wie er sich täglich seine Augen-Prothese einsetzt.
Titelfoto: Bildmontage/Screenshot/Instagram/amitghosenf1

