Maschine läuft allen Menschen davon: Roboter bricht Halbmarathon-Weltrekord
Peking (China) - Erst am 8. März dieses Jahres toppte der ugandische Langstreckenläufer Jacob Kiplimo (25) mit einer Zeit von 57 Minuten und 20 Sekunden in Lissabon den Weltrekord für den schnellsten Halbmarathon. Wenige Wochen später muss er diesen Rekord wieder abgeben – allerdings nicht an einen Mensch, sondern an eine Maschine.
Erstmalig in der Geschichte der Menschheit wurden alle Teilnehmer des Peking-Halbmarathons von einem Roboter überholt.
Am 19. April fiel der Startschuss. Bereits im vergangenen Jahr wurde die 21,0975 Kilometer lange Strecke zweigeteilt. Während die eine Seite für die menschlichen Teilnehmer war, wurde die andere Seite für Roboter "reserviert". Die erste Maschine kam im vergangenen Jahr nach zwei Stunden und 40 Minuten ins Ziel. Das war zwar schon eine gute Zeit für eine solch lange Distanz, zum Weltrekord fehlte jedoch noch ein ganzes Stück.
Aber Entwickler des chinesischen Smartphone-Herstellers Honor zeigten, was in einem Jahr alles möglich ist. In einem Video, das die Nachrichtenagentur "AP" veröffentlicht hat, sieht man den roten Roboter, der beim diesjährigen Dauerlauf mit einer Zielzeit von 50 Minuten und 26 Sekunden den menschlichen Weltrekord buchstäblich pulverisierte. Für alle Laufbegeisterten: Das entspricht einer durchschnittlichen Pace von 2:23 Minuten pro Kilometer!
Doch nicht alle Roboter, die in diesem Jahr an den Start gingen, kamen mit einer Bestzeit ins Ziel. Das Teilnehmerfeld wuchs von 20 auf rund 100 Mensch-Maschine-Teams an. Nicht alle konnten selbstständig die Strecke ablaufen, einige mussten per Fernbedienung gesteuert werden, was für die ein oder anderen witzigen Bilder sorgte, auf denen drei besorgte Entwickler einem tapsigen Roboter hinterherlaufen.
Andere Roboter trugen sogar richtige Laufschuhe.
Robo-Halbmarathon zeigt, wozu Maschinen imstande sind
In einem Interview mit der deutschen Wochenzeitung "Zeit" erklärt Prof. Dr. Lorenzo Masia (48), der Direktor des Munich Institute of Robotics and Machine Intelligence: "Eine Distanz von 21 Kilometern zu bewältigen, erfordert nicht nur effiziente Fortbewegung, sondern auch Robustheit, Energiemanagement, thermische Stabilität sowie zuverlässige Wahrnehmung und Steuerung über längere Zeiträume."
Diese Faktoren stellen die Entwickler vor Herausforderungen, die Lösungen erfordern, die nicht nur Laufrobotern, sondern auch der Entwicklung von Maschinen in anderen Feldern zugutekommen können.
Titelfoto: Fotomontage: PEDRO PARDO / AFP
