Von Christian Brahmann
Bad Pyrmont - Deutschland ist um einen durchaus ungewöhnlichen Wettbewerb reicher. Im niedersächsischen Bad Pyrmont haben Menschen Bäume umarmt. Nicht einfach so: Es galt einen Titel zu gewinnen. Gesucht wurde Deutschlands bester Baum-Umarmer.
Wer umarmt am schnellsten eine festgelegte Anzahl an Bäumen? Für Punkte in der Kategorie Kreativität und Innigkeit galt es, einen Baum "möglichst künstlerisch oder herzlich zu umarmen". Beim Baumwissen mussten Schätzfragen beantwortet werden.
"Wir müssen das jetzt erst mal realisieren. Wir sind überglücklich", sagt Julian Schnabel für das Siegerteam in der Mannschaftswertung. Er sei sicher, dass das Bäume-Umarmen noch ganz groß werde in Deutschland. "Es ist klar der Trend hin zur Natur", sagt der Titelträger. "Da sind wir jetzt Vorreiter".
"Ich glaube, dass das Baum-Umarmen glücklich macht", sagt Nicole Lödige vom Organisationsteam über ihre Motivation, diesen Wettbewerb nach Deutschland zu holen. Denn neu ist die Idee ihr zufolge nicht. Sie stamme aus Finnland.
Als sie von der Meisterschaft dort gehört habe, sei das Ziel einer nationalen Meisterschaft für Deutschland klar gewesen.
Weg vom Handy und wieder mehr Natur erleben
"Ich finde es wunderbar", sagt die aus Finnland angereiste Riitta Raekallio-Wunderink. Sie habe nicht mit der Ausbreitung nach England, in die USA und nun auch nach Deutschland gerechnet, als sie 2022 in Lappland mit dem Baum-Umarmen begonnen hätten.
Als guter Baum-Umarmer müsse man neben Kreativität vor allem das Gefühl für den Moment zeigen. Das Gewinnerteam habe das hervorragend gemacht, sagt Raekallio-Wunderink. Die Siegermannschaft hat ihr zufolge sehr gut ausgeblendet, dass es manchmal ein wenig dumm aussieht, was man da tut.
Bei der ersten Meisterschaft hierzulande traten laut Veranstalter mehr als 100 Baum-Umarmerinnen und -Umarmer an. Mehrere Hundert Menschen verfolgten das Event im Kurpark.
"Wir möchten die Menschen wieder mehr in Natur bekommen, weg vom Handy", beschreibt Nicole Lödige vom Orga-Team die Zielsetzung. Außerdem solle die Wertschätzung gegenüber der Natur gefördert werden.