Nach Attacke auf Mitreisende: Lufthansa-Flug nach München wird umgeleitet
Boston (Massachusetts/USA) - Dramatische Szenen über den Wolken: Ein Lufthansa-Flug von San Francisco nach München musste nach einer mutmaßlichen Attacke an Bord seine Route abrupt ändern. Ein Fluggast soll eine Mitreisende angegriffen haben. Die Crew griff ein und fixierte ihn offenbar sogar am Sitz.
Rund drei Stunden nach dem Start von Flug LH459 kam es über Kanada zu einem Zwischenfall, der den gesamten Flug auf den Kopf stellte.
Das Flugzeug vom Typ Airbus A380 drehte plötzlich ab und steuerte stattdessen Boston an.
Der Grund: Ein Passagier soll eine andere Passagierin angegriffen haben. Die Situation wurde offenbar so ernst eingeschätzt, dass die Crew eingreifen musste.
"LH459 von San Francisco nach München musste am 11. Juni in Boston zwischenlanden. Grund der Ausweichlandung war ein Fluggast, der einen sicheren Weiterflug gefährdete (Unruly Passenger). In Boston wurde der Passagier von den Sicherheitsbehörden in Empfang genommen und sein Gepäck ausgeladen", erklärte eine Unternehmenssprecherin gegenüber TAG24.
Anschließend setzte die Maschine ihren Flug nach München fort und landete dort um 23.04 Uhr. An Bord des Airbus befanden sich 508 Passagiere.
Weitere Angaben zum Vorfall könne die Airline derzeit nicht machen. Lufthansa betonte jedoch, dass die Sicherheit von Passagieren und Besatzung jederzeit oberste Priorität habe.
Der Angreifer wurde in Boston den Behörden übergeben
Wie die Polizei des US-Bundesstaates Massachusetts gegenüber People mitteilte, soll es sich auch bei dem mutmaßlichen Angreifer um eine Frau handeln. Diese sei während des Fluges an ihrem Sitz fixiert worden.
Die Beamten wurden gegen 8 Uhr morgens Ortszeit über den Vorfall informiert, nachdem die Maschine bereits die Umleitung nach Boston eingeleitet hatte.
Ob bei der Auseinandersetzung jemand verletzt wurde, ist derzeit noch unklar. Die Ermittlungen laufen. Auch ob die Frau nach der Landung festgenommen wurde, konnten die Behörden zunächst nicht bestätigen.
Wer Anweisungen der Crew missachtet oder an Bord gewalttätig wird, muss in den USA mit empfindlichen Strafen rechnen. Die US-Luftfahrtbehörde FAA kann Bußgelder von bis zu 38.000 Euro pro Verstoß verhängen.
Titelfoto: Sven Hoppe/dpa
