Heftige Erdbeben erschüttern Venezuela: 32 Tote, 700 Verletzte - Tausende weitere Opfer befürchtet

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Von Andrea Sosa, Jürgen Bätz

Caracas - Nach zwei sehr starken Erdbeben in Venezuela suchen die Rettungskräfte unter den Trümmern nach zahlreichen Verschütteten. Die US-Erdbebenwarte USGS gab die Stärke der Beben mit 7,2 und 7,5 an.

Ein Mann springt nach einem Erdbeben von einem eingestürzten Gebäude.
Ein Mann springt nach einem Erdbeben von einem eingestürzten Gebäude.  © Adrian Naranjo/AP/dpa

Die Regierung rief den Notstand aus und sprach von großen Schäden. Fotos und Videos zeigten an mehreren Orten eingestürzte Gebäude. Der Zugverkehr im Land wurde eingestellt, der internationale Flughafen der Hauptstadt Caracas wurde wegen Schäden geschlossen.

Nach Angaben der Regierung sind mindestens 32 Menschen ums Leben gekommen und rund 700 weitere verletzt worden. Nach Einschätzungen der US-Geologiebehörde USGS könnte die Zahl der Todesopfer auf 10.000 bis 100.000 steigen.

In Caracas sowie in mehreren Bundesstaaten im Norden des südamerikanischen Landes kam es zu Schäden, wie die geschäftsführende Präsidentin Delcy Rodríguez (57) sagte.

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"Es gibt Bundesstaaten, die besonders betroffen sind", sagte Rodríguez, darunter La Guaira. Es habe bereits 20 Nachbeben gegeben. Genauere Angaben zum Ausmaß der Schäden oder zu Opferzahlen machte sie zunächst nicht. Priorität hätten nun die Rettungsarbeiten, sagte Rodríguez. Der Schulunterricht werde ausgesetzt.

Zahlreiche Tote befürchtet

Rettungskräfte suchen nach Überlebenden in einem eingestürzten Gebäude nach einem Erdbeben.
Rettungskräfte suchen nach Überlebenden in einem eingestürzten Gebäude nach einem Erdbeben.  © Ariana Cubillos/AP/dpa

Zwischen beiden Erschütterungen lagen laut USGS nur 39 Sekunden. Das erste Beben ereignete sich am Mittwoch um 18.04 Uhr (Ortszeit) 24 Kilometer östlich von San Felipe im Nordwesten des Landes in einer Tiefe von 21,9 Kilometern. Das zweite, stärkere Erbeben ereignete sich wenige Kilometer weiter nördlich in nur rund zehn Kilometern Tiefe. Wegen der geringen Tiefe dürften die Auswirkungen des zweiten Bebens größer sein. 

Allein in den relativ nahegelegenen Städten Puerto Cabello und San Felipe leben nach USGS-Angaben zusammen etwas mehr als 400.000 Menschen. Auch dort war vom Einsturz von Gebäuden und erheblichen Schäden die Rede - zunächst ohne nähere Angaben. 

Die Millionenstadt Caracas, aus der nach den Beben die ersten Bilder und Berichte kamen, lag dabei nicht besonders nah am Epizentrum, sondern mehr als 150 Kilometer östlich davon.

Fotos und Videos zeigen Ausmaß der Schäden in Venezuela

Rettungskräfte durchsuchen nach einem Erdbeben die Trümmer.
Rettungskräfte durchsuchen nach einem Erdbeben die Trümmer.  © Javier Campos/AP/dpa

Allein in der Stadt Tucacas an der Karibikküste würden 15 Menschen unter den Trümmern eines eingestürzten fünfstöckigen Gebäudes vermutet, sagte der Gouverneur des Bundesstaates Falcón, Víctor Clark, dem Fernsehsender VTV. Rund 22 Verletzte würden dort in Kliniken medizinisch versorgt. 

In sozialen Netzwerken kursierten Videos von beschädigten Gebäuden und Schäden unter anderem am Flughafen von Caracas. Videos zeigten, wie verängstigte Menschen am Flughafen versuchten, sich in Sicherheit zu bringen, während der Boden bebte und Staubwolken aufstiegen.

Die geschäftsführende Präsidentin sprach von einem "Vorfall mit schwerwiegenden Folgen". Das US-Außenministerium richtete nach eigenen Angaben einen Krisenstab ein, um in Absprache mit der venezolanischen Regierung Such- und Rettungsmannschaften sowie humanitäre und medizinische Hilfe zu schicken. 

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Der Präsident von El Salvador, Nayib Bukele (44), schrieb ebenfalls auf der Plattform X, es stünden 300 Rettungskräfte und Sanitäter sowie 50 Tonnen Hilfsgüter bereit, um in die venezolanische Hauptstadt Caracas gebracht zu werden.

Rettungskräfte tragen nach einem Erdbeben einen Verletzten weg.
Rettungskräfte tragen nach einem Erdbeben einen Verletzten weg.  © Ariana Cubillos/AP/dpa

Innenminister: "Äußerst alarmierende Situation"

Menschen stehen nach einem Erdbeben vor beschädigten Gebäuden.
Menschen stehen nach einem Erdbeben vor beschädigten Gebäuden.  © Adrian Naranjo/AP/dpa

Der Präsident der Dominikanischen Republik, Luis Abinader (58), erklärte spezialisierte Such- und Rettungsteams der Streitkräfte würden am Morgen nach Venezuela aufbrechen.

Auch Brasilien signalisierte Hilfsbereitschaft. Rodríguez zufolge boten auch bereits andere Staaten Hilfe an. 

"Wir haben es mit einer äußerst alarmierenden Situation zu tun", sagte Innenminister Diosdado Cabello (63) im Fernsehen. Er rief die Menschen dazu auf, an sicheren Orten zu bleiben.

Nach schweren Erdbeben seien normalerweise Nachbeben zu erwarten, die bereits beschädigte Gebäude zum Einsturz bringen könnten, warnte der Minister. Um Explosionen zu verhindern, hätten die Behörden angeordnet, die Gaszufuhr zu unterbrechen.

Erstmeldung vom 25. Juni 2026, um 7.01 Uhr, zuletzt aktualisiert um 7.27 Uhr.

Titelfoto: Ariana Cubillos/AP/dpa

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