Vulkanausbruch auf Island: Erste Häuser zerstört, Menschen fliehen vor der Lava

Grindavik (Island) - Nach dem massiven Vulkanausbruch auf Island wird das Ausmaß der Zerstörung deutlich. Die Eruptionen haben inzwischen zwar deutlich abgenommen, dennoch mussten die Behörden tausende Anwohner evakuieren.

Ein Spaltvulkan nahe der Ortschaft Grindavik sorgte für große Zerstörungen.
Ein Spaltvulkan nahe der Ortschaft Grindavik sorgte für große Zerstörungen.  © ICELANDIC DEPARTMENT OF CIVIL PROTECTION AND EMERGENCY MANAGEMENT / AFP

Am Sonntagmorgen öffnete sich die Hölle auf Island.

Nach einer Serie von heftigen Erdbeben öffneten sich auf der Halbinsel Reykjanesskagi (Südwest-Island) mehrere vulkanische Spalten. Glühend heißes Magma drang an die Oberfläche.

Unmittelbar betroffen: das beschauliche Fischerdorf Grindavik. Viele der knapp 4000 Einwohner mussten vor der sich unaufhaltsam nähernden Lavawalze fliehen. Alle anderen wurden von den Behörden aufgefordert, die Ortschaft zu verlassen, berichtet das isländische Portal MBL.

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In der Nacht zum Montag erreichte der Lavastrom dann Grindavik: Drei Häuser wurden völlig zerstört, viele andere gelten nun als unbewohnbar. Im ganzen Ort ist der Strom ausgefallen. Die eigens installierte Lavaschutzmauer versagte.

Die Ortschaft Grindavik. Drei Häuser wurden zerstört.
Die Ortschaft Grindavik. Drei Häuser wurden zerstört.  © HALLDOR KOLBEINS / AFP
Dank einer hastig improvisierten zweiten Schutzmauer fließt die Lava nun an der Ortschaft vorbei.
Dank einer hastig improvisierten zweiten Schutzmauer fließt die Lava nun an der Ortschaft vorbei.  © HALLDOR KOLBEINS / AFP

Video: Hubschrauberflug zeigt Vulkan-Zerstörungen

Die Lavawalze zerstörte mehrere Häuser und Infrastruktur. Die Ortschaft Grindavik wurde geräumt.
Die Lavawalze zerstörte mehrere Häuser und Infrastruktur. Die Ortschaft Grindavik wurde geräumt.  © HALLDOR KOLBEINS / AFP

Vulkan-Angst in Island: Ortschaft könnte zur Geisterstadt werden

Nach dem Vulkan-Drama von Grindavik ist Island im Schock. "Schwarzer Tag" titelte etwa die Tageszeitung Morgunbladid. "Das, von dem wir alle hofften, dass es nicht geschehen würde, ist eingetreten", stellte der isländische Präsident Gudni Jóhannesson fest.

Auch für die Anwohnerin Gerður Tomasdottir ist nach der Katastrophe nichts mehr wie vorher. "Das Herz schlägt schnell, die Tränen fließen und ich weiß kaum, wie ich mich fühle", sagt sie zu MBL. Die junge Mutter war seit Kurzem stolze Hausbesitzerin. "Das Haus war fast fertig, gestrichen und wir wollten in den nächsten Tagen einziehen." Nun liegen ihre Träume unter einer dicken Schicht vulkanischer Schlacke begraben. Die Familie ist jetzt bei Bekannten untergekommen; ob sie nach Grindavik zurückkehren werden, wissen sie noch nicht.

Zwar nahmen noch in der Nacht zum Montag die Eruptionen spürbar ab. Und auch die Lava hat sich einen anderen Weg gesucht. Doch die Angst bleibt. Binnen fünf Jahren ist es bereits der fünfte große Ausbruch in der Region.

Nun könnte die beschauliche Ortschaft zur Geisterstadt werden.

Titelfoto: Montage: Halldor KOLBEINS / AFP, ICELANDIC DEPARTMENT OF CIVIL PROTECTION AND EMERGENCY MANAGEMENT / AFP

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