Erdbebenserie mit mehr als 200 Erschütterungen: Vulkanausbruch in Island setzt Häuser in Brand

Reykjavik (Island) - Auf Island hat der zweite Vulkanausbruch innerhalb weniger Wochen begonnen. Der Ort Grindavík auf der von Vulkanausbrüchen heimgesuchten Reykjanes-Halbinsel muss erneut geräumt werden. Luftaufnahmen des isländischen Rundfunksenders RÚV zeigten am Sonntag, wie ein glutroter Lavastrom mindestens zwei Häuser am nordöstlichen Rand des Küstenortes Grindavík in Brand setzte.

Der isländische Rundfunksender RÚV berichtet live auf YouTube.
Der isländische Rundfunksender RÚV berichtet live auf YouTube.  © Screenshot/YouTube/RÚV

Das flüssige Gestein stammte offenbar aus einem weiteren Erdspalt, der noch einmal näher an dem Ort lag als die ursprüngliche Eruptionsstelle.

Wenige Stunden vor der Eruption hatte die isländische Wetterbehörde Vedurstofa eine neue intensive Erdbebenserie mit mehr als 200 Erschütterungen verzeichnet.

Die Behörde warnte davor, dass Magma unterhalb der Erdoberfläche in Bewegung sei und das die Wahrscheinlichkeit einer Eruption erhöhe.

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Die zuständigen Behörden ordneten am Samstag die abermalige Evakuierung des 4000-Einwohner-Ortes Grindavík an. Alle Menschen sollten die Gemeinde bis Montagabend verlassen, ab dann werde der dortige Aufenthalt untersagt.

Auf der Reykjanes-Halbinsel war es zuletzt wenige Tage vor Weihnachten nördlich von Grindavík zu einem Vulkanausbruch gekommen, dem vierten innerhalb von drei Jahren.

Erdbeben im November hatte größere Schäden angerichtet

Die isländische Wetterbehörde Vedurstofa veröffentlichte Luftaufnahmen der lavaspuckenden Vulkane.
Die isländische Wetterbehörde Vedurstofa veröffentlichte Luftaufnahmen der lavaspuckenden Vulkane.  © Screenshot/www.vedur.is

Seit einem Erdbeben im November wurde der Ort als gefährlich eingestuft, zudem bestehe erhöhte Eruptionsgefahr, teilten Behörden mit.

Die Beben hatten größere Schäden verursacht, darunter tiefe Risse in Straßen. Isländischen Medienberichten zufolge fiel ein Arbeiter mutmaßlich vor wenigen Tagen in eine dieser Spalten - die Suche nach ihm wurde mittlerweile eingestellt, ohne dass er gefunden werden konnte.

Erstmeldung am 13. Januar, 19.15 Uhr. Aktualisiert am 14. Januar, 17.57 Uhr.

Titelfoto: Screenshot/YouTube/RÚV

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