Von Christopher Hirsch, Helmut Reuter, Sabina Crisan
Kratzeburg (Mecklenburgische Seenplatte) - Im Brandgebiet im Müritz-Nationalpark kämpfen Hunderte Feuerleute weiter gegen eine Ausbreitung des Flächenbrandes.
Auch am Samstag werden dazu Bundeswehrhubschrauber ab 10.30 Uhr wieder eingesetzt, teilte der Landkreis mit. Die beiden Maschinen vom Typ CH-53 können Tanks mit einem Volumen von rund 5000 Litern Wasser transportieren.
Die für Teile Mecklenburg-Vorpommerns vorhergesagten schweren Gewitter zogen am Freitagnachmittag ohne den erhofften Niederschlag an der Brandregion im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte vorbei.
"Es kam kein Tropfen runter", sagte Kreissprecher Marten Schröder. Entsprechende Unwetterwarnungen vor Extrem-Gewittern des Deutschen Wetterdienstes wurden aufgehoben. Am Abend teilte der Landkreis mit, bislang habe es nicht geregnet. Der Wind sei unbeständig.
Die brennende beziehungsweise abgebrannte Fläche betrage inzwischen etwa 376 Hektar. Aus der Luft sei "viel Rauch und Glut zu sehen, wenig offenes Feuer". Entwarnung könne aber noch nicht gegeben werden.
Waldbrand auf ehemaligen Truppenübungsplatz wütet schon seit Montag
Auf den Seen, die als Wasserentnahmestellen für die Hubschrauber dienen, dürfen sich keine Schwimmer, Paddler oder Boote befinden. Das betrifft laut Landkreis den Dambecker See, den Granziner See, den Käbelicksee und den Priesterbäker See.
Der Landkreis rief Urlauber und Touristen dazu auf, das Gebiet weiträumig zu meiden. Der Aussichtsturm auf dem Käflingsberg sei für die Dauer des Einsatzes gesperrt. Zudem sollten die Wege für die Einsatzkräfte freigehalten werden.
Die Eindämmung des Brandes mit Kreisregnern, die das Areal wässern, findet laut Sprecher vor allem in drei Abschnitten statt: im Norden bei der Ortschaft Speck, entlang der Bahnstrecke Rostock-Berlin sowie das Gebiet bei Granzin.
Die Evakuierung des Ortes war laut Landkreis "temporär aufgehoben" worden. Eine Notunterkunft bleibe aber einsatzbereit. Derzeit sei keine weitere Ortschaft gefährdet, sofern sich die Wetterlage nicht ändere.
Der Brand wurde am Montag gemeldet. Die Ursache ist weiterhin unklar. Seitdem läuft der Einsatz - zuletzt mit mehr als 300 Kräften. Da es sich um einen munitionsbelasteten ehemaligen Truppenübungsplatz handelt, gestaltet sich die Brandbekämpfung schwierig.