Spanien - Seit Tagen wüten verheerende Waldbrände in Frankreich und Spanien. In der Region Madrid sowie in einer weiteren spanischen Region wurde inzwischen der Notstand ausgerufen. Mehr als 70.000 Menschen mussten ihre Häuser bereits verlassen. TAG24 konnte mit einem Zugführer der Feuerwehr Madrid über die dramatische Lage sprechen!
In der Provinz Ávila, nordwestlich von Madrid, wurden 38.000 Bewohner evakuiert, wie der Präfekt der spanischen Regierung für Madrid, Francisco Martín Aguirre, vor Journalisten sagte. In der Umgebung der Hauptstadt seien weitere rund 35.000 Menschen evakuiert worden.
Am Freitagnachmittag war die Asche der Brände noch in einer Entfernung von rund 50 Kilometern von der Feuerfront zu sehen.
Selbst vor der Feuerwache in San Martín de Valdeiglesias machten die Flammen keinen Halt. Zu dieser Zeit war nur ein Feuerwehrmann auf der Wache. Alle anderen Kollegen waren an anderer Stelle im Einsatz.
Juan José Cabrera kam mit seinem Zug zur Hilfe, als die Wache in Brand geriet. Drei Fahrzeuge konnten jedoch nicht mehr gerettet werden und gingen in Flammen auf. Ein viertes konnte wegen herabstürzender Telefonmasten und -kabel ebenfalls nicht mehr geborgen werden und brannte vollständig aus.
"Wir können nicht viel machen. Der Wind ist einfach zu stark. Es ist fast egal, wie viele Fahrzeuge und Flugzeuge noch zu Hilfe kommen. Wir sagen: ‚Das Feuer wird erst ausgehen, wenn das Feuer es will‘. Wir können nur hoffen, dass der Wind dreht", so Cabrera.
Seiner Aussage nach ist das eigentliche Problem jedoch, dass die Wälder viel zu trocken sind und die Feuerschneisen in den vergangenen Jahren nicht richtig gepflegt wurden. Das räche sich nun.
Auch der Katastrophenschutz des Militärs (UME) ist im Einsatz. Die gut ausgerüsteten Spezialkräfte kämpfen jedoch bereits seit vielen Tagen gegen die Flammen und sind inzwischen am Ende ihrer Kräfte. Denn schon vor dem jetzigen Feuer bekämpften sie innerhalb der vergangenen acht Tage mehrere Brände in der Region.
Zahlreiche Touristen wegen der Waldbrände evakuiert
Das spanische Innenministerium warnte bereits vor "besonders ungünstigen" Wetterbedingungen. Starke Windböen könnten die Brände weiter anfachen und ihre Ausbreitung zusätzlich beschleunigen. In Spanien sind in diesem Jahr bislang insgesamt mehr als 125.000 Hektar Land verbrannt.
Die Feuer fallen mitten in die Urlaubssaison. Deshalb mussten auch zahlreiche Touristen in beiden Ländern ihre Unterkünfte verlassen. Südlich der französischen Hafenstadt Bordeaux wurden 167.000 Menschen evakuiert, die meisten von ihnen waren Urlauber.
Die Betroffenen kamen zunächst in Notunterkünften und Ausweichquartieren in benachbarten Urlaubsorten unter. In Bordeaux selbst wurde zusätzlich eine Messehalle zur Unterbringung der Evakuierten geöffnet. Dort bereitet man sich auf die Aufnahme von bis zu 10.000 Menschen vor.
Wann die Waldbrände unter Kontrolle gebracht werden können, ist derzeit noch unklar. Auch in den kommenden Tagen werden in einigen betroffenen Regionen weiterhin Temperaturen von bis zu 39 Grad erwartet. Durch den starken Wind bleibt die Lage weiterhin sehr unbeständig und gefährlich.
Erstmeldung um 8.11 Uhr, zuletzt aktualisiert um 15.41 Uhr