Von Christian Schultz
Bad Kreuznach/Traisen - Ein Waldbrand in einem mit Kampfmitteln belasteten Gebiet breitet sich weiter aus, es kommt zu Explosionen! Das Feuer hat zur Räumung eines kompletten Ortes im rheinland-pfälzischen Kreis Bad Kreuznach geführt.
Insgesamt sind rund 650 Menschen in der Ortsgemeinde Traisen von der Evakuierung betroffen, wie der Kreis mitteilte. Die Feuerwehr versucht derzeit, mit einem Großaufgebot ein weiteres Ausbreiten der Flammen zu verhindern.
Der Waldbrand war laut Kreis am Samstagnachmittag an einem Steilhang in der Nähe von Traisen ausgebrochen.
Am späten Samstagabend wurden erst einzelne Gebäude in unmittelbarer Nähe zu dem Waldbrand geräumt, in der Nacht auf Sonntag entschieden die Einsatzkräfte, mehrere Straßen im nördlichen Teil Traisens zu räumen. Menschen mussten bis 2 Uhr in der Nacht Gebäude in einem Radius von einem Kilometer um den Brand verlassen.
Im Verlauf des Sonntags dehnte sich der Brand in einem schwer zugänglichen Waldgebiet mit steilen Hängen auf eine Fläche von rund 2,7 Hektar aus. Die Folge war die komplette Räumung des Ortes.
Feuer auf Entsorgungsfläche für Munition: Immer wieder Explosionen
Die betroffenen Anwohner konnten in der Birkenberghalle in der Gemeinde Roxheim unterkommen. Der Kreis bot älteren oder kranken Menschen sowie Müttern mit Kindern unter drei Jahren an, sich zu melden, damit Hotelzimmer vermittelt werden können.
"Das Wetter spielt uns nicht in die Karten", sagte Jörg Dindorf, Leiter Team Medien Katastrophenschutz des Kreises Bad Kreuznach. Es sei weiter heiß und trocken, zudem wehe Wind.
Der Kreis riet Anwohnern, den Bereich weiträumig zu meiden und Anweisungen der Einsatzkräfte Folge zu leisten. Es bestehe derzeit aber keine Gefahr für "Hab und Gut". Die Bevölkerung wurde explizit gebeten, sich auf eine längere Evakuierung einzurichten und Medikamente und Haustiere mitzunehmen.
Immer wieder gab es in dem Areal Explosionen. Das heutige Naturschutzgebiet sei früher eine Entsorgungsfläche für Munition gewesen, erklärte Dirdorf. Entsprechend war auch der Kampfmittelräumdienst vor Ort.
Waldbrand im Kreis Bad Kreuznach: Feuerwehr kann Gebiet nicht betreten
Feuerwehrleute konnten das Gebiet aus Sicherheitsgründen nicht betreten und versuchten, mit Schneisen und mit Wassersprengern den Waldbrand im Kreis Bad Kreuznach zumindest in Grenzen zu halten. Dafür wurden auch Bäume entwurzelt.
Vor Ort war auch die sogenannte Schnelleinsatzgruppe Verpflegung des Kreisverbandes Bad Kreuznach des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). Sie übernahm die Versorgung der Einsatzkräfte, in einer Phase, in der drumherum viele hitzebedingte Einsätze gefahren werden mussten.
Erstmeldung vom 28. Juli, 11.41 Uhr, aktualisiert um 15.13 Uhr.