Nach Anschlag auf Rollstuhl angewiesen: Hanau-Überlebender (†70) verstorben

Von Christine Schultze

Hanau - Er hatte den rassistischen Anschlag vom 19. Februar 2020 in Hanau schwer verletzt überlebt - jetzt ist Ibrahim Akkus im Alter von 70 Jahren gestorben, wie die Stadt Hanau mitteilte.

Der Mann war bei dem Anschlag in Hanau im Februar 2020 schwer verletzt worden.
Der Mann war bei dem Anschlag in Hanau im Februar 2020 schwer verletzt worden.  © Thomas Frey/dpa

Mit seinem Tod verliere man einen Menschen, dessen Leben durch den rassistischen Terroranschlag in der Stadt auf grausame Weise zerstört worden sei, erklärte Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky (66).

"Sein Schicksal zeigt auf schmerzhafte Weise, dass die Tat vom 19. Februar auch über Jahre hinweg Leid verursacht hat. Unsere Gedanken sind bei seiner Familie, der wir unser tief empfundenes Mitgefühl aussprechen", sagte der SPD-Politiker.

Ein 43-jähriger Deutscher hatte im Februar 2020 in Hanau neun Menschen aus rassistischen Motiven erschossen. Anschließend tötete er seine Mutter und sich selbst.

Neue Zahlen: Rechte Gewalt nimmt zu, wird jünger und weiblicher
Rechtsextremismus Neue Zahlen: Rechte Gewalt nimmt zu, wird jünger und weiblicher

Auf den nun verstorbenen Mann hatte der Täter in der Arena-Bar in Hanau-Kesselstadt geschossen. Monatelang musste der Mann damals im Krankenhaus behandelt und mehrfach operiert werden.

Der Mann wurde von Frau und Tochter mit großer Hingabe gepflegt

Neun Menschen hatte der 43-jährige Täter aus rassistischen Motiven erschossen und seine Mutter sowie sich im Anschluss selbst getötet.
Neun Menschen hatte der 43-jährige Täter aus rassistischen Motiven erschossen und seine Mutter sowie sich im Anschluss selbst getötet.  © Boris Rössler/dpa

Infolge seiner schweren Verletzungen sei er auf einen Rollstuhl angewiesen gewesen und habe sein Krankenbett zuletzt nur noch selten verlassen können. Seine Frau und seine Tochter hätten ihn über Jahre hinweg mit großer Hingabe gepflegt.

Die traumatischen Ereignisse vom 19. Februar 2020 hätten den Mann bis zuletzt begleitet.

Sein Schicksal dürfe nicht vergessen werden, so Kaminsky. "Es ist Mahnung und Auftrag zugleich."

Zahl rechtsextremer Vorfälle an Thüringer Schulen steigt
Rechtsextremismus Zahl rechtsextremer Vorfälle an Thüringer Schulen steigt

Hanau stehe an der Seite der Opfer und ihrer Angehörigen. "Wir werden weiter alles daransetzen, dass Erinnerung, Verantwortung und der Einsatz gegen Rassismus und menschenfeindliche Ideologien fester Bestandteil unseres Handelns bleiben."

Titelfoto: Thomas Frey/dpa

Mehr zum Thema Rechtsextremismus: