Hochansteckendes Virus: 1700 Menschen dürfen Kreuzfahrtschiff in Frankreich nicht verlassen

Von Michael Evers

Bordeaux (Frankreich) - Wegen einer Welle von Magen-Darm-Erkrankungen auf einem Kreuzfahrtschiff dürfen die rund 1700 Passagiere und Crew-Mitglieder das im südwestfranzösischen Bordeaux eingelaufene Schiff nicht verlassen. Mediziner seien an Bord der "Ambition" gegangen, um die Lage zu bewerten und Proben zu nehmen, teilten die örtlichen Gesundheitsbehörden und die Präfektur mit.

Blick auf das Kreuzfahrtschiff "Ambition", auf dem Passagiere nach dem Ausbruch einer Magen-Darm-Erkrankung an Bord im Hafen von Bordeaux eingeschlossen wurden.  © Christophe Archambault/AFP/dpa

Nach Angaben des Kapitäns seien rund 50 Passagiere erkrankt. Wie die örtliche Zeitung "Sud Ouest" und weitere französische Medien berichteten, starb ein über 90 Jahre alter britischer Passagier.

Die französischen Behörden betonten, es gebe keinen Grund, einen Zusammenhang zwischen diesem Ausbruch an Bord des aus Belfast und Liverpool kommenden Kreuzfahrtschiffes und dem von einem Hantavirus-Ausbruch betroffenen Schiff "Hondius" herzustellen.

Im Laufe des Tages wollten die Behörden über das weitere Vorgehen entscheiden, sobald erste Untersuchungsergebnisse vorliegen. Die "Ambition" wollte eigentlich Kurs Richtung Spanien nehmen.

Kreuzfahrten Drei Tote auf Kreuzfahrt-Schiff - darunter ein Deutscher! Gefährliches Virus soll schuld sein

Die von einem Hantavirus-Ausbruch betroffene "Hondius" hatte am Sonntag den Hafen von Teneriffa angesteuert, wo die Passagiere evakuiert wurden.

Anzeige

Derzeit sind elf bestätigte oder wahrscheinliche Hantavirus-Fälle im Zusammenhang mit der "Hondius" erfasst. Darunter sind auch die drei verstorbenen Passagiere, bei denen eine Infektion mit dem Hantavirus-Typ Andesvirus nachgewiesen wurde oder vermutet wird.

Mehr zum Thema Kreuzfahrten: