Niemand macht mehr Urlaub in Russland: Dresdener Reise-Spezialist erfindet sich neu

Dresden - Eisbaden in Omsk, in Marathon über den gefrorenen Baikalsee - sportliche Abenteuerreisen nach Russland oder in die Ukraine sind Schnee von gestern. Der Dresdner Reiseveranstalter Frank Schulz ("schulz aktiv reisen", 33 Mitarbeiter) musste mit Kriegsbeginn sein Programm umbauen und nach neuen Fernweh-Zielen Ausschau halten.

Reiseveranstalter Frank Schulz (64) schwenkt von Russland aufs Mittelmeer um.
Reiseveranstalter Frank Schulz (64) schwenkt von Russland aufs Mittelmeer um.  © Eric Muench

"Reisen nach Russland machten zehn Prozent des Umsatzes aus", so Schulz, der seit 33 Jahren mit kleinen Gruppen und heimischen Führern rund 100 Länder auf fünf Kontinenten bereist.

Schon oft musste er Reisepläne ändern. Wegen Unruhen, Kriegen, Revolutionen oder zuletzt Corona-Beschränkungen den Rotstift ansetzen. Das betraf bereits 2014 Mali, später Ägypten, pandemiebedingt China.

Corona ließ den Umsatz von elf Millionen Euro (2019) in den Jahren 2020/21 auf jeweils drei Millionen Euro schrumpfen.

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Als die Pandemie endete, flammte der Krieg in der Ukraine auf.

Reiseveranstalter Frank Schulz stellt sich der Herausforderung: Er bietet Urlaub in andere Länder an

Die Alternativen für Wintersportreisen: Finnland oder Lappland.
Die Alternativen für Wintersportreisen: Finnland oder Lappland.  © 123RF

Schulz stellt sich der neuen Herausforderung: "Reisen nach Portugal, Polen, Spanien und Italien haben an Bedeutung gewonnen. Das winterliche Finnland wird stark gebucht", freut sich Schulz.

Fernreisen nach Tansania, auf die Seychellen, Bolivien, Marokko, Ecuador, Peru und Jordanien liegen im Trend. "Es wird wieder gern gereist."

Seine neuen Ziele entlang der Seidenstraße in Usbekistan, in die Bergwelt von Nepal oder zum Tauchen nach Osttimor stellt "schulz aktiv reisen" auf der Reisemesse Dresden (Messe, Halle 4) vom 27. bis 29. Januar mit einem kleinen Vortragsprogramm vor.

Seine eigenen, bis dato äußerst beliebten Reisetage mit 70 Ständen und 120 Vorträgen liegen vorerst auf Eis. Kosten und Aufwand seien derzeit nicht zu stemmen.

Titelfoto: Montage: Eric Muench, 123rf

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