Deutschland - Immer mehr Menschen in Deutschland sind im Alter von Armut bedroht. Laut aktuellen Daten betrifft dies bereits rund ein Fünftel der Bevölkerung über 65 Jahre. Ein neues Gutachten zeigt, wie dramatisch die Situation ist.
Das deutsche Rentensystem steht zunehmend unter Druck, da die geburtenstarken Jahrgänge in den Ruhestand gehen und gleichzeitig weniger Beitragszahler nachrücken.
Ein neues Gutachten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), erstellt im Auftrag des Gesamtverbands der Versicherer (GDV), zeigt nun, wie hoch das Einkommen im Alter aus Sicht der Bürger sein sollte.
Grundlage der Studie ist eine Befragung von über 4000 Erwerbstätigen zwischen 40 und 67 Jahren.
Das Ergebnis: Im Durchschnitt wünschen sich die Befragten ein Alterseinkommen in Höhe von 78 Prozent ihres aktuellen Nettoeinkommens. Als Mindestniveau, um den Lebensunterhalt zu sichern, werden etwa 58 Prozent genannt.
Damit klafft eine deutliche Lücke zwischen dem, was als notwendig erachtet wird, und dem, was für einen gewohnten Lebensstandard erforderlich ist.
Für den GDV ist die Schlussfolgerung eindeutig: "Die gesetzliche Rente reicht nicht." Sie allein wird für viele Menschen nicht ausreichen, um ihren Lebensstandard im Alter zu sichern.
Rentenkommission arbeitet an Vorschlägen zur Reform der Alterssicherung
Der Dachverband plädiert nun für eine weitreichende Stärkung der betrieblichen Altersvorsorge. Diese genießt im Vergleich mit der gesetzlichen und der privaten Vorsorge bei den Deutschen meist hohe Vertrauenswerte.
Derzeit arbeitet eine von der Regierung eingesetzte Rentenkommission bis Mitte 2026 an Vorschlägen zur Reform der Alterssicherung.