Sind Smartphones und KI unser Untergang? Berliner Lehrerin schlägt Alarm

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Berlin - Die Berliner Gymnasiallehrerin Emily Horbach sieht die zunehmende Smartphone-Nutzung von Kindern als große Gefahr. Aus ihrer Sicht verlieren Kinder dadurch Fähigkeiten, die vor rund 30 Jahren noch selbstverständlich waren.

Der ständige Kampf um die Aufmerksamkeit der Klasse sei heute ein anderer als damals, meint Emily Horbach.
Der ständige Kampf um die Aufmerksamkeit der Klasse sei heute ein anderer als damals, meint Emily Horbach.  © Instagram/emitheteacher

In den 90er-Jahren ging Horbach noch selbst zur Schule, der Unterschied fühlt sich für sie heute an wie Tag und Nacht.

In ihrem Instagram-Video erinnert sich die Berlinerin fast schon nostalgisch an einen weitgehend analogen Unterricht ohne Smartphones, soziale Medien oder ständige digitale Ablenkung zurück.

Lehrkräfte hätten sich damals auf klassische Unterrichtsmittel verlassen können, während heute oft technische Probleme und vor allem Smartphones die Aufmerksamkeit der Schüler beeinträchtigen würden.

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Horbachs Erfahrungen fallen drastisch aus: Vielen Kindern falle es zunehmend schwer, sich über längere Zeit zu konzentrieren oder sich auf anspruchsvolle Aufgaben einzulassen.

Die ständige Verfügbarkeit digitaler Inhalte und die schnelle Bedürfnisbefriedigung durch soziale Netzwerke führten dazu, dass Ausdauer und Lernbereitschaft nachließen.

Doch nicht nur Handys, auch KI (Künstliche Intelligenz) mache das Lehrerdasein heute unberechenbar - denn die abgegebenen Hausaufgaben der Kinder seien nahezu perfekt. "Heute korrigieren wir eine perfekte Version von ChatGPT und ich weiß überhaupt nicht mehr, wo das Kind eigentlich wirklich steht", so Horbach.

Lehrerin warnt eindringlich vor den Folgen digitaler Ablenkung

Für die Lehrerin aus Berlin steht fest: Smartphones beeinträchtigen die Lernleistung und Konzentration von Schülern enorm.
Für die Lehrerin aus Berlin steht fest: Smartphones beeinträchtigen die Lernleistung und Konzentration von Schülern enorm.  © Alicia Windzio/dpa

Auch die "Macht der Langeweile" sei der Lehrerin zufolge ein Vorteil der analogen Zeit gewesen. Damals habe es genügend Leerräume gegeben, in denen man noch nicht zum nächsten Bildschirm greifen konnte. Daraus seien bei vielen Kindern neue Ideen und Kreativität entstanden.

In den Kommentaren zum Video erhielt die Lehrerin aus Berlin viel Zustimmung, aber auch gegenteilige Meinungen. So schrieb etwa eine Nutzerin: "Ich glaube, ganz so rosig waren auch die 90er nicht. Unterricht stand und fiel auch damals schon mit der Lehrkraft und der Struktur des Unterrichts. 90 Minuten Monolog, Hausaufgaben, die nur frontal verglichen wurden und eine individuelle Rückmeldung erst in der Klausur wenn es schon zu spät ist. Das war schon damals kein echtes Lernen."

Dennoch steht Horbach mit ihrer Einschätzung nicht alleine da. Studien belegen, dass Langeweile, Bewegung und freies Spielen wichtige Voraussetzungen für eine gesunde Entwicklung und das Gehirnwachstum von Kindern seien. Eine permanente digitale Überreizung könne dagegen dazu führen, dass Neugier und echte Interessen seltener entstehen.

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Dass ein bewusster Verzicht auf Smartphones positive Auswirkungen auf die Konzentration und die sozialen Fähigkeiten der Schüler haben kann, belegen auch verschiedene Pilotprojekte an deutschen und internationalen Schulen.

Titelfoto: Instagram/emitheteacher, Alicia Windzio/dpa

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