98,4 Prozent Zustimmung: Mahle-Beschäftigte treten in unbefristeten Streik

Von Ute Wessels

Neustadt an der Donau - Beim Autozulieferer Mahle am Standort im niederbayerischen Neustadt an der Donau sind die Beschäftigten in einen unbefristeten Streik getreten. Zum Auftakt gab es eine Kundgebung vor dem Werksgelände.

Die Gewerkschaft ist sich sicher: "Eine Lösung ist nach wie vor möglich." Doch bis dahin bleiben die Tore dicht.  © Sven Hoppe/dpa

Laut IG Metall ist die Produktion dort vollständig zum Erliegen gekommen. "Die Beschäftigten sind entschlossen, mit aller Kraft für ihre Arbeitsplätze und den Erhalt des Standorts zu kämpfen", hieß es.

Mit 98,4 Prozent Zustimmung hatten sich die IG-Metall-Mitglieder unter den rund 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vergangene Woche in einer Urabstimmung für einen unbefristeten Streik ausgesprochen.

Mahle wollte dies nicht kommentieren. Das Unternehmen mit Sitz in Stuttgart, das Klimaanlagen für Autos herstellt, hatte kürzlich angekündigt, den Standort im ersten Halbjahr 2027 schließen zu wollen.

Hunde Tierheim vermittelt Hund: Was Pflegerin Tage später erfährt, bricht nicht nur ihr Herz

Die Gewerkschaft fordert für die Belegschaft einen Zukunftstarifvertrag oder einen Sozialtarifvertrag.

"Die Beschäftigten werden den Betrieb so lange stilllegen, bis sich das Unternehmen endlich bewegt", erklärte Rico Irmischer, Bevollmächtigter der IG Metall Regensburg.

Anzeige

Unternehmen: Wirtschaftlicher Weiterbetrieb unmöglich

Mit 98,4 Prozent Zustimmung hatten sich die IG-Metall-Mitglieder vergangene Woche für einen unbefristeten Streik ausgesprochen.  © Sven Hoppe/dpa

Zuvor hatte es bereits mehrere Warnstreiks und einen 24-Stunden-Streik gegeben.

Vergangenen Freitag sei auch die vierte, auf Initiative der IG Metall zustande gekommene Verhandlungsrunde ergebnislos geblieben.

Die Gewerkschaft betonte, weiterhin gesprächsbereit zu sein.

Hunde Achim sucht seit über sieben Jahren eine Familie: Wer gibt dem Hund eine Chance?

"Eine Lösung ist nach wie vor möglich. Für Verhandlungen zum Erhalt der Arbeitsplätze stehen unsere Türen jederzeit offen", sagte Irmischer. "Doch bis zu einer Lösung bleiben die Werkstore dicht."

Das Unternehmen Mahle begründet die angekündigte Werksschließung mit auslaufenden Kundenaufträgen, der schlechten Autokonjunktur und gestiegenem Kostendruck durch asiatische Wettbewerber in Europa.

"Das macht einen wirtschaftlichen Weiterbetrieb unmöglich", hieß es jüngst in einer Mitteilung.

Die IG Metall hingegen wirft dem Unternehmen vor, einen profitablen Standort schließen und in die Slowakei verlagern zu wollen.

Mehr zum Thema Streik & Gewerkschaften: