Chemnitz - Am Freitagmorgen liegt eine merkwürdige Ruhe über den Straßen von Chemnitz. Zwischen den normalen Fahrgeräuschen der Autos fehlt etwas: das tiefe, sonore Brummen von Bussen. Seit Mitternacht geht im Nahverkehr nichts mehr. Die Gewerkschaft ver.di bestreikt während der laufenden Tarifverhandlungen die öffentlichen Verkehrsmittel.
Während des Ausstands kommt es im CVAG-Netz zu erheblichen Einschränkungen. Zahlreiche Bus- und Straßenbahnlinien fallen aus.
Nur vereinzelt stehen Personen an den Haltestellen, denn einige wenige Busse sind trotz des Streiks unterwegs, wie RabensteinCenter der kleine Bus der Linie 42 nach Schönau.
"Immerhin, bis zur Wendeschleife kommt man", freut sich Magdalena Richter (73), die unterwegs zu einem Arzttermin ist. Wie es danach weiter in die Stadt geht, weiß die Seniorin noch nicht.
Vereinzelt sind auch Schüler auf dem Weg zur Haltestelle zu sehen.
City-Bahn und einige wenige Buslinien fahren
Susann Asmus muss von Bernsdorf bis nach Hutholz zur Arbeit, sie fährt sonst mit der Straßenbahnlinie 4. Am heutigen Freitag nimmt sie das Fahrrad. Beim letzten Streik im Februar ist sie die 3,5 Kilometer gelaufen.
Ein Mann, der vom Kaßberg zur Reichenhainer Straße muss, hatte am Morgen Glück. Er konnte die City-Bahn nehmen. Für einen Viertklässler geht es dagegen wieder nach Hause. Er wusste nicht, wie er zur Schule kommen soll.
Neben der Nummer 42 fahren auch die Linien 26, 39, 46, 49, 56, 63, 76, 79, 89, 96 sowie die S91 und S92. Es kann aber jederzeit zu Einschränkungen und Störungen kommen. Die City-Bahnen sind ebenfalls unterwegs.
Auch bei der CVAG steht nicht alles still. Die Bus-Linien 41, 31 und 82 werden bedient, teilweise aber mit Sonderfahrplänen.
Der Streik dauert noch bis Samstagfrüh 3 Uhr.
Das Service-Center der CVAG bleibt am heutigen Freitag geschlossen, die Hotline (0371/2370333) ist bis 19 Uhr erreichbar. Am Samstagfrüh können auch noch Störungen auftreten.
Erstmeldung: 27. Februar, 7.15 Uhr, zuletzt aktualisiert: 8 Uhr