Hier wird heute und morgen in Chemnitz gestreikt: "Mitarbeiter berichten von Existenzängsten"

Chemnitz - Verdi rief erneut zum Streik auf - auch in Chemnitz. Hintergrund sind die Verhandlungen um einen neuen Tarifvertrag im Groß- und Außenhandel in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Das Angebot vonseiten der Arbeitgeber sei weiterhin nicht akzeptabel.

Die Verdi setzt sich für mehr Gehalt im Groß- und Außenhandel ein.  © Jan Härtel

Seit Donnerstagmorgen, 4 Uhr, stehen Angestellte des Edeka Food Service in Chemnitz zusammen mit Verdi-Mitarbeitern vor dem Edeka-Großhandel in der Winkelhofer Straße.

Nachdem die zweiten Tarifverhandlungen im Groß- und Außenhandel laut der Gewerkschaft enttäuschend geendet hatten, rief Verdi zum Warnstreik am 18. und 19. Juni auf.

Die Gewerkschaft fordert sieben Prozent mehr Gehalt für die rund 70.000 Beschäftigten. Damit soll die Erhöhung mindestens 220 Euro im Monat betragen. Zudem sollen Azubis 150 Euro mehr erhalten.

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Das Arbeitgeberangebot in der zweiten Tarifverhandlung im Groß- und Außenhandel lag hingegen bei 1,8 Prozent dieses Jahr nach dem Monat des Abschlusses und bei 1,6 Prozent ab dem 1. Mai 2027. Azubis sollen dieselbe prozentuale Erhöhung zum jeweiligen Ausbildungsjahreswechsel erhalten.

Die Laufzeit erhöhen die Arbeitgeber von 12 auf 24 Monate.

Dieses Angebot war für die Gewerkschaft Verdi inakzeptabel und unzureichend. Bei einer prognostizierten Inflationsrate von derzeit 2,9 Prozent bedeute dieses Angebot einen Reallohnverlust.

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Beschäftigte äußern Sorge um drohende Altersarmut

Seit 4 Uhr in der Früh wird vor dem Edeka Food Service in Chemnitz gestreikt.  © Jan Härtel

"Steigende Kosten bei Energie, Miete, Lebensmitteln und Sprit sorgen für immer höhere Belastungen bei den Beschäftigten. Sie berichten von Existenzängsten", sagt Verdi-Fachsekretärin Sylke Hustan. Dabei ging es den Angestellten auch um eine mögliche drohende Altersarmut.

"Eine deutliche Erhöhung der Löhne und Gehälter ist dringend notwendig, ein Reallohnverlust ist nicht hinnehmbar", so Hustan weiter.

Die nächste Verhandlung findet am Dienstag, dem 30. Juni 2026, in Dresden statt.

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