Köln - Erstmals in der fast 100-jährigen Geschichte des Kölner Fordwerks sind die Arbeiterinnen und Arbeiter am Mittwoch in Streik getreten. Das ist den Autobauer offenbar teuer zu stehen gekommen.
Zwischen drei und fünf Millionen Euro soll die Arbeitsniederlegung in Köln das US-Unternehmen gekostet haben.
Das hat Benjamin Gruschka, Gesamtbetriebsratschef beim Ford-Werk, dem "Kölner Stadt-Anzeiger" verraten.
Der Grund für die horrenden Kosten: Weil am Mittwoch das gesamte Werk in der Domstadt gestreikt hat, kam es auch an anderen Ford-Standorten, die auf aus Köln stammende Komponenten angewiesen sind, zu erheblichen Verzögerungen.
Hintergrund der Auseinandersetzungen ist der geplante Abbau von 2900 Stellen bis zum Jahr 2027. Einst arbeiteten rund 20.000 Menschen bei Ford in Köln, heute sind es noch etwa 11.500.
Die Gewerkschaft IG Metall fordert hohe Abfindungen für Mitarbeiter, die freiwillig die Firma verlassen oder in einem Geschäftsbereich arbeiten, der an einen externen Dienstleister ausgelagert wird. Wer bleibt, soll von einem finanziellen Schutzschirm profitieren.
Ford baut in Köln zwei Elektroautos, deren Verkauf aber unter den Erwartungen liegt. Die Ford-Werke GmbH wurde 1925 in Berlin gegründet, 1930 bezog sie ihren Stammsitz in Köln.