Nächster Streik beim Bayerischen Rundfunk: So stark trifft es das Programm

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Von Roland Freund

München - Der Tarifkonflikt beim Bayerischen Rundfunk (BR) verschärft sich und hat Auswirkungen auf das Programm. Erneute Warnstreiks treffen zuerst den Hörfunk des öffentlich-rechtlichen Senders.

Der Bayerische Rundfunk streikt erneut.
Der Bayerische Rundfunk streikt erneut.  © Sven Hoppe/dpa

Die Gewerkschaften haben ein weiteres Mal zu Aktionen aufgerufen, die bis in die Nacht zum Freitag dauern sollen.

Fast alle Hörfunkwellen sendeten am Donnerstagmorgen zwar ein eigenes Programm, teils aber ohne Moderation, wie eine BR-Sprecherin auf Anfrage mitteilte. Zudem würden regionale Nachrichten und regionale Mittagssendungen in Bayern 1 entfallen.

Der Infosender BR24 sei nach einem Start mit zunächst eigenem Programm den weiteren Tag über auf Bayern 1 geschaltet. Bayern 2 sende teils mit Einschränkungen.

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Die stündliche Nachrichtenversorgung im Hörfunk sei nach erster Einschätzung sichergestellt, sagte die BR-Sprecherin.

Sender des BR senden teilweise mit Einschränkungen.
Sender des BR senden teilweise mit Einschränkungen.  © Raphael Kast/BR Bayerischer Rundfunk/obs

Auswirkungen auch im TV-Programm

Im Fernsehen trafen die Aktionen die Live-Sendung "Wir in Bayern" am Nachmittag, Ersatz war eine Wiederholung. Auch das Nord-Süd-Splitting in Frankenschau und Abendschau wurde den Angaben zufolge gestrichen - dafür kam eine einstündige Abendschau aus München für ganz Bayern ins Programm.

Zum Warnstreik sind die Beschäftigten an allen Standorten aufgerufen. Für die Belegschaft und viele freie Mitarbeitende, insgesamt rund 5300 Menschen, verhandeln federführend die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und der Bayerische Journalistenverband (BJV). Die vierte Verhandlungsrunde ist den Angaben zufolge für Mitte Juli geplant.

Der BR ist die viertgrößte ARD-Anstalt. Die öffentlich-rechtlichen Häuser werden vor allem über den Rundfunkbeitrag finanziert, den Haushalte pauschal bezahlen müssen.

Auch in anderen ARD-Landesanstalten laufen derzeit Tarifverhandlungen. Erst am Mittwoch gab es beim Südwestrundfunk (SWR) Warnstreiks.

Beschäftigte des Bayerischen Rundfunks demonstrieren im Zuge des Warnstreiks.
Beschäftigte des Bayerischen Rundfunks demonstrieren im Zuge des Warnstreiks.  © Malin Wunderlich/dpa

Positionen liegen weit auseinander

BR-Verwaltungsdirektor Albrecht Frenzel sagte, der BR strebe nach einer Erhöhung der Honorare und Gehälter um 1,23 Prozent zum Jahresanfang in den laufenden Verhandlungen weitere Erhöhungen im Rahmen des "finanziell Machbaren" an.

Der BR bietet bislang eine Tariflaufzeit bis Dezember 2028 an. Die Tariferhöhung in dieser Zeit würde 4,23 Prozent betragen, gestaffelt in drei Schritten und unter bestimmten Bedingungen.

Dagegen fordern die Gewerkschaften eine Erhöhung der Gehälter und Honorare um sieben Prozent für eine Laufzeit von lediglich einem Jahr.

Die zuständige Verdi-Gewerkschaftssekretärin Annette Greca sagt, in den vergangenen beiden Verhandlungsrunden habe der BR kein verbessertes Angebot vorgelegt. "Angesichts dieser Blockadehaltung müssen wir den Druck nun erhöhen."

Titelfoto: Sven Hoppe/dpa

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