Nahverkehr in NRW wird bestreikt: Was Pendler jetzt wissen müssen
Von Wolf-Dietrich von Dewitz
Düsseldorf - Ein neuerlicher Warnstreik in Nordrhein-Westfalens Nahverkehr wird am Freitag und Samstag aller Voraussicht nach zu erheblichen Einschränkungen führen. Verdi fordert deutlich mehr Geld und weniger Arbeitszeit, die Arbeitgeber halten das für überzogen und verweisen auf klamme Kassen. Wie Fahrgäste mit den Widrigkeiten am besten umgehen können - ein Überblick.
Fast überall in NRW wird gestreikt. Die Liste der betroffenen Städte ist lang, darunter sind Bonn, Köln, Düsseldorf, Mönchengladbach, Duisburg, Oberhausen, Gelsenkirchen, Dortmund, Hagen, Münster und Bielefeld. Ausnahmen gibt es nur wenige, etwa Aachen, weil sich die Tarifverhandlungen nicht auf die dortigen Verkehrsbetriebe Aseag beziehen.
Auch die Wuppertaler haben Glück, in ihrer Stadt findet ebenfalls kein Warnstreik statt. Grund sind die Feierlichkeiten zum 125-jährigen Bestehen der dortigen Schwebebahn. Deswegen hat Verdi dort nicht zum Ausstand aufgerufen.
Beim ersten und bislang einzigen Warnstreik-Tag im laufenden Tarifkonflikt am 2. Februar waren die Einschränkungen groß, damals legten nach Angaben von Verdi 12.000 von gut 30.000 Beschäftigten die Arbeit nieder.
Auch bei dem nun angekündigten zweitägigen Ausstand werden die Fahrgäste die Folgen zu spüren bekommen, erneut nehmen die Gewerkschafter mehr als 30 kommunale Unternehmen ins Visier.
Je nach Stadt sieht es unterschiedlich aus. Das Dortmunder Kommunalunternehmen DSW21 teilt mit, dass der Warnstreik den Nahverkehr in der Ruhrgebietsstadt am Freitag und Samstag stilllegen werde, alle Stadtbahn- und Buslinien wurden abgesagt - und zwar von Freitagfrüh bis um halb zwei am frühen Sonntagmorgen.
Welcher Teil des Nahverkehrs ist noch aktiv?
Anderswo werden die Folgen nicht so drastisch sein, etwa am Niederrhein: Die dortigen Verkehrsbetriebe Niag teilen nur mit, dass Fahrten entfallen könnten - ein Stillstand im Nahverkehr wird dort nicht prognostiziert.
Ein Teil der Linienbusse dürfte mancherorts noch unterwegs sein, das zeigen Erfahrungen aus früheren Arbeitsniederlegungen - viele Unternehmen sind bemüht, ein gewisses Grundrauschen im Nahverkehr aufrechtzuerhalten. Die Busse privater Subunternehmen sind nicht von den Warnstreiks betroffen.
Die kommunalen Verkehrsbetriebe informieren darüber, welche Buslinien in der jeweiligen Stadt oder Region am Warnstreik noch bedient werden können. Sie geben dazu den Fahrgästen Hinweise auf ihren Internetseiten und in Apps.
Regionalzüge und S-Bahnen sollen planmäßig unterwegs sein, sie gehören zur Deutschen Bahn beziehungsweise zu anderen Bahnunternehmen, die von den Tarifverhandlungen nicht betroffen sind.
Das dürfte vielen Pendlern und anderen Fahrgästen zumindest etwas bringen, allerdings dürften die Züge ziemlich voll werden. Und S-Bahn-Stationen gibt es halt deutlich weniger als Bus- und U-Bahn-Haltestellen. Daher dürfte sich der notwendige Fußweg auf der Strecke von A nach B im Schnitt deutlich verlängern.
Titelfoto: Henning Kaiser/dpa

