Schon an diesem Donnerstag! ver.di ruft zu weiteren Warnstreiks im Nahverkehr auf
Von Christine Schultze
Frankfurt am Main - Das dürfte Pendlern und allen, die auf die Öffis angewiesen sind, nicht gefallen: Im Tarifstreit der kommunalen Verkehrsbetriebe hat ver.di weitere Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr in Hessen angesetzt.
Die Gewerkschaft hat für diesen Donnerstag (19. Februar) in Frankfurt, Marburg und Gießen zu weiteren ganztägigen Arbeitsniederlegungen bei beteiligten Verkehrsgesellschaften aufgerufen.
Bei den Straßenbahnen und U-Bahnen in Frankfurt werden die Räder vom Beginn der Frühschicht bis zu dem Ende der letzten Schicht folglich stillstehen, wie der für Busse und Bahnen zuständige ver.di-Gewerkschaftssekretär Jochen Koppel erklärte.
Auch im Busverkehr in Marburg und Gießen sei mit Auswirkungen zu rechnen, jedoch in geringerem Umfang, da in beiden mittelhessischen Städten unterschiedliche Tarifverträge für Personal gelten.
Die neuerlichen Streiks resultierten aus dem "Eklat" kurz vor Ende der dritten Runde der Verhandlungen für den öffentlichen Nahverkehr. Zuvor hatte ver.di deshalb in Kassel zu einem Warnstreik aufgerufen.
ver.di überrascht von neuen Themen der Arbeitgeber
Bei den Verhandlungen hatten die Arbeitgeber nach Angaben von ver.di komplett überraschend zwei neue Themen auf den Verhandlungstisch gelegt.
Sie wollten demnach Kürzungen bei einer tariflich vereinbarten Zulage zur Mitarbeitergewinnung, das Geld solle mit künftigen Tariferhöhungen verrechnet werden, so die Gewerkschaft.
Die tariflich seit Langem gültige Aufstockung des Krankengelds soll gekürzt werden. "Das kam völlig aus dem Off. Wir bewerten diesen Vorstoß als eine Attacke auf unseren Tarifvertrag", so Koppel.
Die ÖPNV-Verhandlungen werden von ver.di gleichzeitig in allen Bundesländern geführt.
Es geht in Hessen nicht um Gehälter der Beschäftigten, sondern um Arbeitsbedingungen nach dem Manteltarifvertrag. Die nächste Runde steht am 25. Februar an und soll schwerpunktmäßig um die Eingruppierung von Tätigkeiten gehen.
Titelfoto: Tom Weller/dpa

