Streik bei H&M in Hamburg: Diese Lohnerhöhung fordern Mitarbeitende
Hamburg - Mitten im Tarifstreit im Hamburger Einzelhandel erhöhen die Beschäftigten den Druck auf die Arbeitgeber. Am Mittwoch streiken deshalb Mitarbeitende der schwedischen Modekette H&M. Die Gewerkschaft Verdi hatte dazu aufgerufen.
Mit dem Streik wollen die Beschäftigten den Druck erhöhen.
Verdi fordert eine tabellenwirksame Entgelterhöhung von sieben Prozent, mindestens jedoch 225 Euro mehr im Monat, heißt es in einer Pressemitteilung der Gewerkschaft.
Gleichzeitig sollen insbesondere die unteren Lohngruppen profitieren: Hier wird eine Anhebung auf ein "rentenfestes Mindesteinkommen" von 14,90 Euro pro Stunde verlangt.
Auch für Auszubildende soll es deutlich mehr Geld geben. Ihre Vergütungen sollen nach den Vorstellungen von Verdi um 150 Euro monatlich steigen. Der neue Tarifvertrag soll eine Laufzeit von zwölf Monaten haben.
Die Fronten zwischen Gewerkschaft und Arbeitgebern sind derzeit allerdings verhärtet.
Bereits die dritte Verhandlungsrunde am 9. Juli war ohne ein neues Angebot zu Ende gegangen.
H&M-Mitarbeitende kündigen weiteren Widerstand an
Das bislang letzte Angebot des Handelsverbands Nord stammt von Mai. Demnach sollten die Beschäftigten zunächst sechs Monate lang keine Lohnerhöhung erhalten.
Ab dem 1. November 2026 waren zwei Prozent mehr Geld vorgesehen, ab August 2027 weitere 1,5 Prozent. Für Auszubildende sollte es ebenfalls lediglich entsprechende prozentuale Erhöhungen geben.
Für Verdi ist das deutlich zu wenig. "Um es ganz deutlich zu sagen: Für eine ungelernte Verkäuferin liegt das 'Angebot' in den ersten drei Tätigkeitsjahren sogar unter dem gesetzlichen Mindestlohn und würde für alle Beschäftigten einen drastischen Reallohnverlust bedeuten", kritisierte Verdi-Verhandlungsführerin Heike Lattekamp.
Auch Tatjana Carras, die bei H&M arbeitet und Mitglied der Verdi-Tarifkommission ist, kündigte weiteren Widerstand an.
Was am Verhandlungstisch nicht erreicht werden könne, müsse "durch Druck auf der Straße" erkämpft werden. "Streik ist unser stärkstes Mittel und unser Recht! Wir kämpfen weiter für ein gutes Tarifergebnis!"
Wann Gewerkschaft und Arbeitgeber wieder an den Verhandlungstisch zurückkehren, ist derzeit noch offen. Ein Termin für die vierte Verhandlungsrunde steht bislang nicht fest.
Titelfoto: Bildmontage: Sven Hoppe/dpa, Christoph Soeder/dpa

