Von Volker Danisch
Düsseldorf/Essen - An zwei Drittel der Universitätskliniken und allen Schulen in Nordrhein-Westfalen haben Gewerkschaften zu Warnstreiks aufgerufen. Wer wann von den Arbeitsniederlegungen betroffen ist, erfahrt Ihr hier.
Für Dienstag (27. Januar) und Mittwoch (28. Januar) hat ver.di im Rahmen bundesweiter Aktionen an sechs Unikliniken in NRW zu Warnstreiks aufgerufen:
- Uniklinik Aachen
- Uniklinik Köln
- Uniklinik Münster
- Uniklinik Bonn
- Uniklinik Essen
- Uniklinik Düsseldorf
Bei den Warnstreiks in den vergangenen Tagen hatte ver.di NRW erklärt, dass ein Teil der Operationen entfallen könnte und mit erheblichen Auswirkungen auf die Abläufe zu rechnen sei. Per Notdienstvereinbarung sei aber gewährleistet, dass dringliche Fälle versorgt werden. Die Kliniken informieren Patienten.
An den Unikliniken geht es um das Entgelt für Pflegerinnen und Pfleger, Labormitarbeiter, Verwaltungsmitarbeiter, Serviceassistenten und andere Beschäftigte.
Um Ärzte geht es bei den Warnstreiks nicht, da deren Bezahlung über einen Tarifvertrag der Ärztegewerkschaft Marburger Bund geregelt ist.
Auch Schulen sind betroffen: Das wird Eltern geraten
Für Donnerstag (29. Januar) hat die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) bundesweit zu Warnstreiks an allen Schulen aufgerufen.
Bei den Warnstreiks an Schulen geht es nicht nur um angestellte Lehrkräfte, die Aktionen beziehen auch etwa Sozialpädagogen und Schulsozialarbeiter ein.
Das Schulministerium rät Eltern, auf Informationen der Schule zu achten. Die Schulen seien bemüht, im Rahmen der personellen Möglichkeiten eine Aufsicht und Betreuung der Schüler sicherzustellen. Beamtete Lehrkräfte dürften sich nicht an Streiks beteiligen und stünden grundsätzlich weiter zur Verfügung.
ver.di fordert für die mehr als 920.000 Tarifbeschäftigten der Länder sieben Prozent mehr Einkommen – mindestens aber 300 Euro mehr. Von Länderseite waren die Forderungen wegen knapper Länderhaushalte wiederholt als überzogen zurückgewiesen worden.
Allerdings war von Arbeitgeberseite auch Zuversicht zu hören, dass ein Abschluss im Februar zustande kommen könnte.
Vorerst keine Streiks im Nahverkehr, dafür aber in sozialer Daseinsvorsorge geplant
Die erste Verhandlungsrunde für die 30.000 Beschäftigten in mehr als 30 kommunalen Nahverkehrsbetrieben in NRW blieb am Mittwoch ohne Ergebnis. Dabei geht es um die Arbeitszeit und Zuschläge. ver.di kündigte kurzfristig keine Aktionen an, behält sich aber die Möglichkeit von Warnstreiks offen.
Für die Beschäftigten der Arbeiterwohlfahrt (AWO) NRW ging die erste Verhandlungsrunde am Dienstag ergebnislos zu Ende. ver.di NRW hat beschlossen, Arbeitskampfmaßnahmen einzuleiten. Nähere Angaben machte die Gewerkschaft noch nicht. Sie fordert 500 Euro mehr für alle Beschäftigten.
Laut ver.di betrifft diese Tarifrunde Beschäftigte in zahlreichen Bereichen der sozialen Daseinsvorsorge, darunter Kindertagesstätten und Offener Ganztag, Pflege und Seniorenarbeit, Behindertenhilfe, Jugend- und Familienhilfe, soziale Beratung sowie Mitarbeitende in Verwaltung, Service und Ausbildung.