Warnstreiks in NRW reißen nicht ab: Welche Gruppen betroffen sind

Von Volker Danisch

Köln - Die Warnstreikwelle erreicht Kindertagesstätten der Arbeiterwohlfahrt (Awo). Die Gewerkschaft Verdi hat im Tarifkonflikt um die Awo NRW zu ersten Aktionen in mehreren Regionen von NRW aufgerufen.

Am Mittwoch und Donnerstag hat Verdi zu Warnstreiks in Kitas aufgerufen.
Am Mittwoch und Donnerstag hat Verdi zu Warnstreiks in Kitas aufgerufen.  © Caroline Seidel/dpa

Außerdem hat Verdi im Tarifkonflikt des Öffentlichen Dienstes der Länder Beschäftigte an sechs Unikliniken, zahlreichen Hochschulen sowie der Landesverwaltung erneut zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen.

In einigen Städten kann es durch die geplanten Demonstrationen und Kundgebungen von Streikenden zu Verkehrsbehinderungen kommen.

In Essen hat Verdi am Mittwoch Beschäftige der 23 Awo-Kitas zum Warnstreik aufgerufen. Die Gewerkschaft geht davon aus, dass es zu Gruppen-Zusammenlegungen, Notbetreuungen und auch zu Einrichtungsschließungen kommt. Auch im Rhein-Erft-Kreis, Bonn und den Rhein-Sieg-Kreis rechnet Verdi mit Gruppen-Zusammenlegungen, Notbetreuung sowie einigen zeitweisen Schließungen.

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Am Donnerstag hat Verdi Awo-Beschäftigte in Ostwestfalen-Lippe zu Warnstreiks aufgerufen. Betroffen seien Kitas, Pflegeeinrichtungen, Beratungsstellen, Verwaltung und OGS. In Herford ist eine Demonstration von Streikenden geplant.

Um was geht es bei der Awo?

Auch an den sechs Unikliniken in Nordrhein-Westfalen wird diese Woche wieder gestreikt.
Auch an den sechs Unikliniken in Nordrhein-Westfalen wird diese Woche wieder gestreikt.  © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Im Tarifkonflikt um die Awo NRW fordert Verdi 500 Euro brutto mehr monatlich für alle Beschäftigten sowie 300 Euro brutto mehr für Auszubildende. Als "völlig überzogen" kritisierten die Arbeitgeber die Forderung. Im Durchschnitt entsprächen die Wünsche einer Lohnsteigerung von rund 13 Prozent.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat für Mittwoch zu Warnstreiks an Schulen in den Regierungsbezirken Arnsberg und Düsseldorf aufgerufen. Am Donnerstag sind Warnstreiks in den Regierungsbezirken Detmold und Münster geplant.

Laut GEW kann es Unterrichtsausfälle geben. Eine Notbetreuung werde ermöglicht. Bei den Warnstreiks geht es um angestellte Lehrkräfte, Sozialpädagogen und Schulsozialarbeiter. Die meisten Lehrer sind verbeamtet und dürfen nicht streiken.

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Verdi rechnet außerdem mit Einschränkungen im Hochschulbetrieb. Bibliotheken könnten geschlossen bleiben, auch der Lehrbetrieb könnte betroffen sein.

An den sechs Universitätskliniken in Aachen, Bonn, Düsseldorf, Essen, Köln und Münster hat Verdi Beschäftigte zu Warnstreiks aufgerufen. Ein Teil der Operationen könnten daher am Mittwoch ausfallen. Dringliche Fälle würden aber versorgt.

GEW und Verdi fordern für Tarifbeschäftigte der Bundesländer sieben Prozent mehr Einkommen – mindestens aber 300 Euro mehr. Von Länderseite waren die Forderungen wegen knapper Haushalte als überzogen zurückgewiesen worden. Die dritte Verhandlungsrunde ist für den 11. und 12. Februar vorgesehen.

Titelfoto: Caroline Seidel/dpa

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