Wochenstart mit Hindernissen: Wieder ÖPNV-Streik in Thüringen

Von David Hutzler

Erfurt - Im öffentlichen Nahverkehr in Thüringen kommt es von Montag bis Mittwoch wieder zu erheblichen Einschränkungen. Die Gewerkschaft Verdi ruft erneut zu Warnstreiks auf. Mancherorts wurden jedoch Notfahrpläne eingerichtet. In einigen Regionen hat der Streikaufruf keine Auswirkungen.

Erfurt

Alle Stadtbahnen sollen laut EVAG von frühmorgens bis abends um 21 Uhr im Halbstundentakt fahren. Durch versetzte Fahrtzeiten sollen Fahrgäste damit auf den Hauptachsen Kranichfelder Straße, Magdeburger Allee und Nordhäuser Straße rund alle 15 Minuten eine Bahn nutzen können. Unter anderem durch Großzüge soll mehr Kapazität geschaffen werden. Auch ausgewählte Buslinien fahren weiter. Der Schülerverkehr sei komplett von Ausfällen betroffen. 

Wer mit der Bahn durch Erfurt fahren möchte, sollte zuvor einen genauen Blick auf den Fahrplan werfen. (Archivfoto)  © Martin Schutt/dpa

Jena und Saale-Holzland-Kreis

In Jena sind alle Stadtbus-, Regionalbus- und Straßenbahnlinien sowie der Schülerverkehr vom Streik betroffen. In der Stadt werden Sammel-Taxi-Fahrten angeboten. Außerdem könnten die Busfahrten auf den Linien 16 und 28 weiter bedient werden, wenn sich die Beschäftigten der PVG Weimarer Land wie letztes Mal nicht am Warnstreik beteiligen.

Auch die Fahrten auf den Linien 47 und 48 werden weiter bedient. Im Saale-Holzland-Kreis kann auf einigen Buslinien ein zumindest eingeschränktes Fahrtangebot aufrechterhalten werden. 

Gera

Laut GVB werde ein eingeschränkter Notfahrplan eingerichtet. Auf der Straßenbahnlinie 3 und der Buslinie 17 sollen jeweils zwei Fahrten pro Stunde im Zeitraum von 6 bis 18 Uhr angeboten werden. Es komme aber auf die Streikbeteiligung an, ob das klappe. Fahrgäste bekommen einen Überblick an den Informationssystemen an den Haltestellen.

Bereits Ende Februar wurde im Thüringer Nahverkehr gestreikt.  © Bodo Schackow/dpa

Weimar

In Weimar wird laut Stadtwirtschaft ebenfalls ein eingeschränktes Verkehrsangebot vorbereitet. Ziel sei es, vorrangig den Schülerverkehr abzusichern. Die Linien 1 und 7 sollen ab 4.30 Uhr in einem 30-Minuten-Takt fahren, ab 5 Uhr dann auch die Linien 2, 5 und 8. Für die Linien 4 und 6 ist ein stündlicher Takt geplant. Des Weiteren ist für die Linie 3 ein 90-Minuten-Takt vorgesehen. Voraussichtlich ab 6.45 Uhr soll die Linie 9 in einem 120-Minuten-Takt verkehren.

Kyffhäuser- und Unstrut-Hainich-Kreis

Die Regionalbus- und Stadtbusgesellschaft will ein eingeschränktes Angebot aufrechterhalten. In Mühlhausen verkehren die Stadtbusse demnach planmäßig. Auch die Stadtbuslinien in Sondershausen werden vollständig bedient. Für die Regionalbuslinien im Raum Mühlhausen, Bad Langensalza und Sondershausen gibt es einen Notfahrplan.

Bleibt abzuwarten, ob die erneute Streikrunde die gewünschten Ergebnisse bringt.  © Elisa Schu/dpa

Nordhausen, Weimarer Land und Gotha

In Nordhausen gehen die Verkehrsbetriebe davon aus, dass der Warnstreik keine Auswirkungen haben wird. Auch die Thüringer Waldbahn und Straßenbahn Gotha teilte mit, dass die Straßenbahnen regelmäßig fahren. Im Weimarer Land warnt die Personenverkehrsgesellschaft (PVG) zwar vor Ausfällen, die auch den Schülerverkehr betreffen könnten. Beim vergangenen Ausstand waren die Beschäftigten dort dem Streikaufruf aber nicht gefolgt. 

Nicht bestreikt werden die Deutsche Bahn und private Nahverkehrsunternehmen. Regional- oder Fernzüge fahren nach Plan.

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