Arthritis bei Haustieren: Wenn Gelenk-Erkrankungen als normaler Alterungsprozess abgetan werden

Großbritannien - Nicht nur die eigene Gesundheit tritt seit einigen Jahren immer weiter in den Vordergrund: Auch die unserer Haustiere sollte immer im Auge behalten werden. Mindestens einmal im Jahr steht ein Check-up beim Tierarzt an, doch wichtige Anzeichen von Arthritis werden oft einfach mit dem Alter von Hunden und Katzen gleichgesetzt, was fatale Folgen haben kann.

Massagen und Dehnübungen werden für Tiere von spezialisierten Physiotherapeuten durchgeführt.
Massagen und Dehnübungen werden für Tiere von spezialisierten Physiotherapeuten durchgeführt.  © 123rf/msgrafixx

Wie das britische Tierarzt-Magazin "vettimes" berichtete, verwechseln zu viele Hunde- und Katzenbesitzer die ersten Anzeichen von Arthritis mit der normalen Alterung ihrer Tiere.

In einer Umfrage von Tausenden Tierbesitzern in Großbritannien und Europa gaben 34 Prozent der Hundehalter sowie 43 Prozent der Katzenhalter an, die klinischen Anzeichen für Arthritis als normalen Alterungsprozess abzutun.

Damit verpassen sie die Chance, ihren Tieren Schmerzen zu erleichtern, die sie oft nicht richtig äußern und zeigen können. Dabei sind sich fast 90 Prozent der Hundebesitzer und immerhin noch 80 Prozent aller befragten Katzenbesitzer dessen bewusst, dass die Gelenkentzündung auch bei Vierbeinern ein ernstzunehmendes Problem ist.

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6048 Haustierbesitzer aus Großbritannien, Polen, Frankreich, Italien, Spanien und Deutschland müssen laut der YouGov-Umfrage deutlich nachlegen und sich mehr um die Gesundheit ihrer teils schnurrenden Fellnasen kümmern.

Insgesamt je zwei Fünftel (39 Prozent) der Befragten waren Hunde- bzw. Katzenbesitzer, die restlichen Haustierbesitzer hatten andere Tiere (22 Prozent).

Arthritis-Diagnose: Bei Weitem kein Todesurteil für Haustiere

30 bis 50 Prozent aller Hunde und Katzen sind irgendwann in ihrem Leben von Arthritis betroffen. (Symbolfoto)
30 bis 50 Prozent aller Hunde und Katzen sind irgendwann in ihrem Leben von Arthritis betroffen. (Symbolfoto)  © 123RF/5second

Matt Gurney, Tierarzt und Präsident des "European College of Veterinary Anesthesia and Analgesia", kommentierte die Ergebnisse wie folgt: "Genau wie beim Menschen ist Arthrose ein sehr häufiges Problem bei Hunden und Katzen - etwa 30 Prozent bis 50 Prozent werden davon irgendwann in ihrem Leben betroffen sein."

Arthrose bei Tieren ist unter anderem an folgenden Merkmalen zu erkennen:

  • sichtbar verdickte Gelenke
  • Probleme beim Aufstehen und Hinlegen
  • Probleme beim Treppensteigen
  • weniger Bewegungsdrang
  • Springen ist mühsam
  • verminderte Körperpflege (vor allem bei Katzen)
  • steifer, ungeschmeidiger Gang
  • Berührungsunwille
  • Schlappheit, Müdigkeit, Aggressionsverhalten
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Arthose-Erkrankungen sind nicht heilbar, aber man kann ihren Krankheitsverlauf verlangsamen und im besten Fall sogar fast gänzlich stoppen. Wichtig dabei ist es, die Symptome beim eigenen Vierbeiner so früh wie möglich zu erkennen.

Entzündungshemmende Medikamente und eine Ernährungsumstellung, die ebenfalls entzündungshemmend wirkt, können die Symptome bereits lindern. Besonders gut eignen sich Meeresalgen, Spinat, Brokkoli oder rotes Beerenobst. Darüber hinaus sollte man in Absprache mit dem Tierarzt mit bewegungsunterstützender Physiotherapie unterstützen. So kann die Mobilität des Haustieres lange erhalten bleiben.

Titelfoto: 123rf/msgrafixx

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