Baby-Schildkröten erobern Insel zurück - Corona sei dank

Ko Samui (Thailand) - Wenn Tiere von Corona profitieren: Auf einer thailändischen Insel haben es 2020 so viele Baby-Schildkröten wie lange nicht sicher ins Meer geschafft.

Die Strände von Ko Samui gelten als idealer Nistplatz für Meeresschildkröten.
Die Strände von Ko Samui gelten als idealer Nistplatz für Meeresschildkröten.  © Volodymyr Goinyk, Simon Eeman/123RF

Jahrelang galt die zweitgrößte thailändische Insel Ko Samui als einer der attraktivsten Touristen-Hotspots des südostasiatischen Landes.

Durch die vielen Menschen verschwanden nach und nach die nistenden Meeresschildkröten, auch die Bestände anderer Tierarten gingen deutlich zurück.

Wie schnell sich jedoch die Fauna auf Ko Samui in ein paar Monaten Corona-Pandemie wieder erholt hat, davon zeigen sich selbst Naturschützer beeindruckt.

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Wie der Guardian berichtet, haben sich auf der tropischen Insel inzwischen erneut jede Menge Schildkröten angesiedelt.

Seit Februar haben es 838 Baby-Schildkröten über die Sandstrände von Ko Samui ins Meer geschafft - weitaus mehr als in den Jahren zuvor.

"Sie suchen stets nach Gebieten, die ruhig und friedlich sind", sagt Meeresbiologe Thepsuda Loyjiw, der im Banyan Tree Resort arbeitet.

Durch das Züchten und Anpflanzen spezieller Bäume und Sträucher wollen er und andere Wissenschaftler nun einen zusätzlichen Beitrag leisten, um die Schildkröten zu schützen - denn diese nisten gern im Schatten.

Klimawandel wird zur weltweiten Bedrohung für Meeresschildkröten

"Ko Samui war vor 50 Jahren ein ganz anderer Ort", sagt Loyjiw: "Es gab nur Wälder und Kokosnussfarmen und keine einzige Straße." Jetzt hat die Insel in einem guten Jahr mehr als zwei Millionen Besucher. Hinzu kommen andere Gefahren wie Wilderei, Umweltverschmutzung und Fischernetze.

Weltweit wird die Zukunft von Meeresschildkröten außerdem durch die globale Erwärmung bedroht, denn höhere Temperaturen führen zu steigenden Meeresspiegeln, verheerenden Stürmen und veränderten Meeresströmungen, die die empfindlichen Korallenriffe schädigen können.

Nicht zuletzt besteht auch eine wachsende Besorgnis über die Auswirkungen der Klimakrise auf das Geschlechterverhältnis der Schildkröten: Je wärmer der Sand ist, in dem die Eier vergraben sind, desto wahrscheinlicher wird sich der Nachwuchs zu einem Weibchen entwickeln.

Die Tierschützer hoffen, dass nun trotz allem wieder ein natürliches Gleichgewicht hergestellt werden kann. Die Pandemie hat gezeigt, dass Ko Samui nach wie vor ein wichtiger Nistplatz für Meeresschildkröten ist. Durch die Corona-Pause im Tourismus haben die Wissenschaftler eine Chance, entsprechend zu handeln.

Titelfoto: Volodymyr Goinyk, Simon Eeman/123RF

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