London (Großbritannien) - Unglaublicher Fund in einem Londoner Linienbus: Fahrgäste staunten nicht schlecht, als plötzlich Geräusche aus einem unscheinbaren Wäschesack zu hören waren. Darin versteckt saß ein völlig verängstigtes Krallenäffchen - eingesperrt in einem kleinen Käfig und offenbar einfach seinem Schicksal überlassen.
Nach Angaben der britischen Tierschutzorganisation RSPCA wurde das weibliche Tier am Freitagvormittag in einem Bus der Linie 302 entdeckt.
Erst, als eine Frau mit Kinderwagen den Wäschesack zur Seite schieben wollte, machte sich das gestresste Äffchen bemerkbar.
Busfahrer und Mitarbeiter des Verkehrsunternehmens reagierten sofort und kümmerten sich um das Tier, bis Experten der RSPCA eintrafen. Die kleine Affendame erhielt später den Namen "Oyster".
Das Krallenäffchen war in einem kleinen Metallkäfig versteckt, der zusätzlich in einem karierten Wäschesack verborgen worden war.
Zwar hatte der unbekannte Besitzer etwas Apfel in den Käfig gelegt, doch das Tier war stark dehydriert und stand unter erheblichem Stress, wie People berichtet.
Für die Ermittler ist klar: Das Äffchen wurde absichtlich im Bus zurückgelassen. Nun werden Überwachungskameras ausgewertet und Zeugen gesucht, die Hinweise auf den Besitzer geben können.
Eine neue Regelung könnte für das Aussetzen verantwortlich sein
Die Tierschützer vermuten einen Zusammenhang mit einer neuen Regelung in England. Seit April dürfen Primaten nur noch mit einer speziellen Genehmigung als Haustiere gehalten werden. Die RSPCA befürchtet, dass manche Halter ihre Tiere deshalb lieber aussetzen, anstatt die strengen Auflagen zu erfüllen.
Für "Oyster" gibt es immerhin ein Happy End. Nach einem tierärztlichen Gesundheitscheck lebt das Krallenäffchen inzwischen in einer spezialisierten Auffangstation für Primaten. Dort soll es schon bald mit einem männlichen Artgenossen zusammengebracht werden.
Laut der RSPCA hatte die Einrichtung ohnehin gerade nach einem passenden Weibchen gesucht - ein glücklicher Zufall für das gerettete Tier.