Fink von Parasit bedroht? Stunde der Gartenvögel soll Erkenntnisse liefern - helft mit!
Von Marco Rauch
Düsseldorf - Von heute bis Sonntag sind Naturfreunde wieder dazu aufgerufen, eine Stunde lang die Vögel in ihrer Umgebung zu zählen.
Die Aktion, an der im vergangenen Jahr bundesweit rund 58.000 Menschen teilnahmen, liefert wichtige Erkenntnisse über die Entwicklung häufiger Vogelarten im Siedlungsraum, wie der Naturschutzbund (NABU) mitteilte, der zur 22. "Stunde der Gartenvögel" einlädt.
In diesem Jahr richten die Ornithologen ihr Augenmerk verstärkt auf Finkenarten. "Uns wurden in den vergangenen Monaten regional wiederholt tote Buchfinken, Gimpel und Stieglitze gemeldet", erklärt Nabu-Vogelschutzexperte Martin Rümmler.
Es bestehe der Verdacht, dass sich Trichomonaden ausbreiten – Parasiten, die besonders für Finken tödlich sein können. Die Zählung soll zeigen, ob die Bestände dieser Arten tatsächlich zurückgehen.
Christian Chwallek vom NABU in NRW warnt in diesem Zusammenhang vor Infektionsquellen an Futterstellen und Vogeltränken. "Sobald mehr als ein kranker oder toter Vogel an einer Sommerfutterstelle beobachtet wird, rät der NABU daher dringend, das Füttern sofort einzustellen", betont Chwallek.
Langfristig helfe den Tieren ein naturnah gestalteter Garten mit Wildobsthecken und Totholz am besten.
So funktioniert die Teilnahme an der "Stunde der Gartenvögel"
Mitmachen kann jeder, unabhängig vom Vorwissen. Von einem ruhigen Platz im Garten, im Park oder auf dem Balkon aus wird innerhalb einer Stunde von jeder Vogelart die jeweils höchste Anzahl notiert, die gleichzeitig beobachtet oder gehört werden konnte.
Die Ergebnisse können bis zum 18. Mai online unter www.stundedergartenvoegel.de oder über die kostenlose NABU‑Vogelwelt-App gemeldet werden.
Zur Vorbereitung bietet der NABU auf seiner Website Porträts der 40 häufigsten Arten, einen Vogeltrainer sowie einen speziellen Podcast an.
Dort lassen sich ab dem ersten Zähltag auch aktuelle Zwischenstände mit den Daten vergangener Jahre vergleichen.
Titelfoto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

