Schlepper-Kapitän wird nach Drama um Buckelwal "Timmy" massiv bedroht
Insel Poel - Es sind Nachrichten, die jede Grenze überschreiten: Martin Bocklage (42), der als gebuchter Kapitän des Schleppers "Robin Hood" an der Rettung von Buckelwal "Timmy" beteiligt war, wird massiv bedroht.
Auf der Facebook-Seite des Kutters "Lütt Matten", den der 42-Jährige normalerweise steuert, postete Bocklage am Mittwoch den Screenshot einer Nachricht, die ihn erreicht hatte - eine Nachricht mit verstörendem Inhalt.
Der Verfasser schrieb: "Ich hoffe und bete, eines deiner Kinder verreckt genauso qualvoll wie du Drecksau Timmy hast verrecken lassen." Offensichtlich handelte es sich um einen Gästebucheintrag auf der Website des Kutters.
Gegenüber dem "Nordkurier" teilte Christine Bocklage, die Frau des Kapitäns, mit, dass dies kein Einzelfall sei. "Es gibt eine Welle an Beleidigungen, Bedrohungen und Verleumdungen, mit denen wir niemals gerechnet haben. Es ist alles nicht mehr zu fassen." Die beiden hätten bereits mehrere Anzeigen erstattet.
Bocklage war als engagierter Kapitän des Schleppers "Robin Hood" an dem Transport von Buckelwal "Timmy" in die Nordsee beteiligt gewesen. Zeitweise hatte das Schiff die Barge samt Tier gezogen, später als Begleitschiff fungiert.
Schlepper-Kapitän teilt schlimme Hassnachricht auf Facebook
Kapitän der "Robin Hood" kritisiert Mitglieder des Retter-Teams scharf
Seitdem der Wal am 2. Mai die Barge in der Nordsee verlassen hat, ist sein Schicksal ungewiss. Ein ihm verpasster Peilsender funktioniert nicht richtig. Schwere Vorwürfe gibt es vonseiten der Initiatoren in Richtung der Besatzung der "Fortuna B", die das Tier eigenmächtig freigelassen haben soll.
Als Kapitän der "Robin Hood" sei Bocklage an dieser Aktion laut eigener Aussage aber nicht beteiligt gewesen. Generell habe er nur Aufträge ausgeführt.
An der Initiative ließ Bocklage allerdings auch kein gutes Haar: "Die Experten haben sich unentwegt gestritten und keine wirkliche Idee gehabt, was zu tun ist."
Der Vermutung, dass "Timmy" mit Seilen aus der Barge gezogen wurde, widersprach der Kapitän indes. Stattdessen sei das komplette Dock, auf dem der Ozeanriese lag, unter ihm weggezogen worden. Fragt sich nur, wo der Buckelwal ist und wie es ihm geht ...
Titelfoto: Christoph Reichwein/dpa

