Texas - Im hohen Alter von 22 Jahren wird eine Hündin in einem Tierheim in Texas abgegeben. Schnell wird klar: Das Tier ist kein Unbekannter. Umso mehr schmerzte es, als die Mitarbeiter hörten, warum der Vierbeiner zurück ins Heim sollte.
Agatha kam 2011 zum ersten Mal in die Einrichtung. Damals war sie als Streunerin von der Straße gerettet worden und völlig verängstigt. Doch kurz darauf schien ihr Happy End perfekt: Eine Familie schloss sie ins Herz und adoptierte sie.
Doch die Annahme der Pfleger, dass Agatha nun endlich ein Zuhause für alle Zeiten gefunden hatte, sollte 15 Jahre später auf herzzerreißende Weise zerstört werden: Eben jene Familie brachte die Hündin zurück ins Heim.
Agatha war inzwischen blind und taub. In Menschenjahren gerechnet hatte sie zudem das hohe Alter von rund 104 Jahren erreicht. Ein Alter, in dem ein Tier definitiv seinen Lebensabend in Ruhe genießen sollte - und nicht von seinen Besitzern abgegeben werden sollte.
"Der Grund für die Abgabe war schlicht ihr Alter", erklärte Maddie Cantrell gegenüber The Dodo.
Die ehrenamtliche Helferin erinnert sich noch an den Moment, als sie Agatha in der Einrichtung erblickte: "Mir stockte der Atem", so Maddie. "Sie ist so eine wunderschöne, sanfte Hündin. Ich konnte mir kaum vorstellen, was in ihr vorging – als blinde, taube Senior-Hündin an einem völlig fremden Ort."
Hundeomi zurück ins Tierheim gebracht
Agathas Pfleger wollten auf gar keinen Fall zulassen, dass der Vierbeiner seinen Lebensabend allein in einem Zwinger verbringen musste. Aus diesem Grund nahm Maddie, die die Organisation "The Senior Dog Squad" gründete, die Hundeoma mit zu sich.
Zwischen anderen geretteten Senioren-Hunden soll sich Agatha nie wieder unerwünscht fühlen. "Aggie wird für den Rest ihres Lebens bei mir bleiben", erklärt die US-Amerikanerin. "Ich bin überzeugt, dass ihr noch ein wunderbares letztes Kapitel bevorsteht – und sie noch Lebensqualität besitzt und viel Liebe zu geben hat."
Leider ist Agathas Schicksal kein Einzelfall: "Ältere Tiere werden so oft aussortiert; für Tierheime und Rettungsorganisationen ist es bekanntermaßen schwieriger, ein neues Zuhause für sie zu finden", weiß Maddie.
Umso mehr hofft sie, dass die Geschichte rund um die blinde Hündin andere ermutigt, Tiere im hohen Alter aufzunehmen.