Hunde glücklich machen: Das ist der größte Fehler, den Du machen kannst

Burglengenfeld - Mit schlackernden Ohren saust er dem Ball hinterher, die Zunge hängt ihm lang aus dem Maul: manche Hunde könnten stundenlang spielen. Er wedelt dabei mit dem Schwanz, manch ein Besitzer würde sogar sagen er "lächelt" - aber ist er dabei wirklich glücklich?

Wer seinen Hund wirklich glücklich sehen möchte, sollte auf seine Bedürfnisse achten. (Symbolbild)
Wer seinen Hund wirklich glücklich sehen möchte, sollte auf seine Bedürfnisse achten. (Symbolbild)  © blanscape/123RF

Hunde haben, wie wir Menschen, Grundbedürfnisse. Dabei wollen sie nicht hungrig sein, soziale Kontakte pflegen und spielen. Was braucht es sonst, um sie glücklich zu machen?

"Was ist Glück überhaupt?", fragt Stephanie Salostowitz, Hundetrainerin aus der Oberpfalz.

Wenn ein Hund mit vollem Karacho über eine Wiese heizt? Eher nicht. "Für mich bedeutet das nichts Kurzfristiges", erklärt die Trainerin in einem Video, "sondern die gesamte Lebenseinstellung".

Die ist beim Hund schwer zu erreichen, wenn der Mensch das "Verkehrte" versteht, also zum Beispiel nur "Glücksmomente" anzustreben, in denen der Hund ganz besonders happy ist, beschreibt die Expertin. Alle Probleme der Besitzer, auf die Trainerin in ihrer Hundeschule trifft, fußen darauf, "dass der Hund nicht zufrieden ist".

Zufriedenheit zeigt sich schon dadurch, dass der Hund mal mindestens 15 Stunden am Tag schläft. Betrachtet man beispielsweise den Tagesablauf eines Wildtieres, wie den Fuchs, passiert da meist nicht viel, zieht Stephanie den Vergleich: Hunger wird gestillt, man sucht mögliche Partner, doch mehr Bewegung als nötig, findet nicht statt.

Ähnlich auch bei Straßenhunden: Wenn die einen Schlafplatz haben, an Futter kommen und sicher sind, haben sie keinen Stress und liegen entspannt in der Sonne.

"Früher hatten Hunde eine Aufgabe", erklärt Stephanie. Jetzt wird erwartet, dass ein Tier, was Jahrhunderte auf eine Tätigkeit hin gezüchtet wurde, sich in einer Familie auf einmal völlig rasseuntypisch verhält.

Das heißt, nicht der Hund wird nach seinen Bedürfnissen gefragt, sondern es wird gleich beschlossen, was seine Rolle in der Familie sein soll. Je nachdem welche Rasse man sich aussucht, sind da Konflikte vorprogrammiert, so die Expertin.

Ausgeglichene Hunde sind zufriedene Hunde

Ein ausgeglicheneres Verhältnis macht Hund und Halter zufrieden. (Symbolbild)
Ein ausgeglicheneres Verhältnis macht Hund und Halter zufrieden. (Symbolbild)  © Olena Yakobchuk/123RF

Viel wichtiger, als dass der Hund immer Spaß und gute Laune hat, sind feste Regeln, an die sich der Hund zu halten hat.

Was man dem Tier vorlebt, nimmt es an, erklärt Stephanie. Besitzer sollten sich also freimachen, von der "Kampf-Einstellung" im Kopf.

Wenn man es schafft, dass der Hund merkt, dass man Regeln zu befolgen hat, dann kommen viele Probleme, mit denen Halter zu kämpfen haben, überhaupt nicht auf.

Höher, schneller, weiter - das braucht kein Hund. Soll sich der Hund "auspowern", damit ich meine Ruhe habe? Das kann nicht das Ziel sein. Die glücklichsten Tiere hat die Trainerin bei Haltern erlebt, die einfach gern spazieren gehen, weil sie es selbst wollen.

Andersherum: Hunde, die nicht zufrieden sind, zeigen sich extrem aufgeregt, bellen ständig, zerren an der Leine, haben einen Zerstörungswahn, und sind innerlich unruhig.

Zusammengefasst sollten sich Halter Gedenken zu den Bedürfnissen ihres Hundes machen. Wenn die erfüllt sind, ist das Haustier zufrieden und damit glücklich.

Stephanie Salostowitz leitet ein Hundezentrum in der Nähe von Burglengenfeld in der Oberpfalz. Sie bildet Jagdhunde aus und beschäftigt sich viel mit aufgeregten Hunden. Ihr Spezialgebiet sind ängstliche Hunde, die sie zu stabilen Begleitern ausbildet.

Salostowitz ist außerdem für ihre YouTube-Videos bekannt, in denen sie Hundebesitzern ausführlich Ratschläge gibt.

Titelfoto: blanscape/123RF

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