3 Gründe, warum dein Hund nicht durch hohes Gras laufen sollte

Burglengenfeld - Getreidefelder sind in dieser Jahreszeit in vollem Stand.  Doch im hohen Gras lauert für Hunde eine Gefahr, die nicht zu unterschätzen ist. 

Hunde können sich in hohem Getreide schwer verletzten.
Hunde können sich in hohem Getreide schwer verletzten.  © donets/ 123RF, nataba/ 123RF

Viele Hundehalter lassen ihre Tiere beim Spaziergang gerne mit fliegenden Ohren durchs hohe Gras rennen - was ein Spaß! Von wegen, findet Stephanie Salostowitz. 

Für die Hundetrainerin fängt das Problem mit dem Respekt für die Bauern an.

"Das Getreide gehört jemandem", erklärt Stephanie. "Ich geh ja auch nicht hin und trampel durch das Gemüsebeet von meinem Nachbarn". Mit den bestellten Feldern und Hunden sei es genau das Gleiche: Durchtoben ist tabu!

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Abgesehen davon, hält sich im Getreide gerne Wild auf. Wenn der Hund durchs Feld läuft, stört er dabei die Kitze von Rehen. Er ist praktisch in der Kinderstube von anderen Tieren unterwegs, die dort in Ruhe aufwachsen wollen, erklärt Stephanie.

Ausschlaggebend ist für die meisten Hundebesitzer dann wohl der letzte Grund, den Stephanie in ihrem Video nennt: eine hohe Verletzungsgefahr!

Hundehalter aufgepasst: Schmerzhafte Gefahr durch Grannen bei Gräsern und Getreide

An dieser Gerstenähre kann man die Körner mit den borstenartigen Grannen gut erkennen.
An dieser Gerstenähre kann man die Körner mit den borstenartigen Grannen gut erkennen.  © Sina Schuldt/dpa

Die Grannen (lange "Haare") an Samenkörnern sind mit vielen kleinen Widerhaken ausgestattet. Damit lässt sich das Korn vom Halm fort transportieren, um an anderer Stelle neu zu keimen.

Oft verfangen sich die Körner so im Fell der Hunde. Durch die Häkchen "wandern" sie dann weiter und können zu schwerwiegenden Problemen führen.

Wenn so ein Samenkorn mit Granne zum Beispiel in den Gehörgang des Hundes gerät, können üble Abszesse im Ohr entstehen, berichtet Stephanie. Je weiter das Korn vordringt, desto schlimmer können die Schäden sein. Auch das Trommelfell und damit das Gehör des Hundes können verletzt werden.

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Doch damit nicht genug: Die spitzen Halme können sich auch in die Pfoten des Hundes bohren. Das Korn wandert sogar von den Zehen bis zum Bein oberhalb der Pfote und führt hier zu einer schmerzhaften Entzündung.

Auch die Augen sind durch die Halme im Feld in Gefahr: Die Grannen kann im Tränenkanal stecken bleiben und dort große Schmerzen verursachen. Tierärzte müssen die Körner dann chirurgisch entfernen.  

Damit es gar nicht so weit kommt, solltest Du beim Spaziergang darauf achten, dass Dein Hund nicht durch Kornfelder und wilde Wiesen stromert.  

Stephanie Salostowitz leitet ein Hundezentrum in der Nähe von Burglengenfeld in der Oberpfalz. Sie bildet Jagdhunde aus und beschäftigt sich viel mit triebstarken aufgeregten Hunden. Ihr Spezialgebiet sind ängstliche Hunde, die sie zu stabilen Begleitern ausbildet. 

Salostowitz ist außerdem für ihre YouTube-Videos bekannt, in denen sie Hundebesitzern ausführlich Ratschläge gibt.

Titelfoto: donets/ 123RF, nataba/ 123RF

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