Bergheim - Im Tierheim Bergheim bei Köln kämpfen zwei ausgesetzte Dackel-Welpen ums Überleben und zeigen die traurigen Folgen eines gefährlichen Hunde-Trends.
Via Instagram zeigen die Pfleger ein Bild der beiden nur fünf Wochen alten Welpen. Was zunächst wie ein süßer Schnappschuss wirkt, entpuppt sich beim genaueren Hinsehen als trauriges Beispiel für eine gefährliche Qualzucht.
"Vor einigen Tagen wurden zwei dieser Doppel-Merle-Dackel vor unserem Tierheim ausgesetzt. Vermutlich, weil sie missgebildet und damit unverkäuflich sind", schreiben die Mitarbeiter.
Die Hunde-Babys sind blind, wirken orientierungslos und können sich kaum auf den kleinen Pfoten halten. Außerdem wurden sie viel zu früh von ihrer Mutter getrennt.
Bei den Welpen handelt es sich um sogenannte "Doppel-Merle-Dackel". Dafür werden zwei Hunde mit dem Merle-Gen miteinander verpaart, um die auffällige Fellzeichnung zu erzeugen.
Genau das kann jedoch schwere gesundheitliche Folgen für die Tiere haben.
Tierheim kämpft um das Leben der Welpen
Dackel liegen derzeit voll im Trend. "Und für diejenigen, die das ganz Besondere wollen, muss es ein Merle-Dackel sein", erklären die Mitarbeiter.
Doch das Tierheim warnt ausdrücklich: "Dieser Gendefekt kann zu massiven gesundheitlichen Schäden wie Taubheit, Blindheit und Missbildungen der Augen führen."
In Deutschland ist die Verpaarung zweier Merle-Hunde deshalb verboten und gilt als tierschutzwidrige Qualzucht.
"Aber wo Geld zu verdienen ist, gibt es auch immer Menschen, die dafür über Leichen gehen", heißt es in dem Instagram-Beitrag.
Das Tierheim kümmert sich nun intensiv um die kleinen Hunde-Babys. Noch sei unklar, ob den Welpen medizinisch geholfen werden kann: "Ob wir operativ noch etwas retten können? Wir wissen es noch nicht, das können wir erst beurteilen, wenn sie etwas größer sind".
Für die Pfleger sei das Schicksal der beiden Welpen nur schwer zu ertragen.