Köln/Bornheim - Heftiger Rettungseinsatz für das Kölner "Team für Tiere": Am Wochenende mussten die Tierschützer insgesamt 19 Hunde aus einem völlig verwahrlosten Haus in Bornheim (Rhein-Sieg-Kreis, NRW) befreien.
Der Bewohner war bereits verstorben, wie das "Team für Tiere" am Sonntag bei Instagram berichtet hat.
Vor Ort bot sich den Einsatzkräften ein erschütterndes Bild. Die Hunde lebten zwischen Müllbergen, einige Vierbeiner waren zudem ohne Futter und Wasser in engen Käfigen eingesperrt, wie Fotos des Einsatzes zeigen.
"In einer dieser Boxen hatte eine Hündin sogar vier Welpen zur Welt gebracht", berichten die Retter.
Und damit nicht genug: "Einige Hunde waren anscheinend bereits so stark am Verhungern, dass sie begonnen hatten, ihren bereits verstorbenen Besitzer anzufressen", heißt es in dem Post weiter.
Dadurch hätten Rettungsdienst und Polizei den Leichnam zunächst nicht bergen können.
Dass Hunde ihre verstorbenen Besitzer anfressen, gilt als seltenes Phänomen und tritt nach wissenschaftlichen Erkenntnissen vor allem in extremen Ausnahmesituationen auf. Zu diesem Ergebnis kommt unter anderem die Studie "Indoor domestic canine scavenging" aus dem Jahr 2024.
Demnach stehen solche Fälle häufig im Zusammenhang mit sozialer Isolation der Halter, Verwahrlosung, mangelnder Hygiene, Müllhortung sowie unterlassener medizinischer Versorgung.
Gerettete Hunde wurden auf verschiedene Tierheime verteilt
Die 19 Vierbeiner wurden inzwischen auf verschiedene Pflegestellen verteilt - unter anderem ins Tierheim Köln-Dellbrück, ins Tierheim Troisdorf und in ein Tierheim aus Mainz.
Die Eindrücke des Einsatzes werden den Helfern nach eigenen Angaben noch lange in Erinnerung bleiben. "Der Geruch, die Zustände und die Bilder werden uns noch lange begleiten", schreibt das "Team für Tiere". Tierschutz sei erfüllend und wichtig – "aber nicht immer schön".