Köln - Ein Mann soll seinen Hund bei mehr als 30 Grad und ohne Wasser über mehrere Stunden an einem Baum in Köln angebunden haben, um arbeiten zu gehen. Bei Tierschützern löst der Fall Fassungslosigkeit aus.
Wie die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland mitteilt, wurde der Vierbeiner am vergangenen Mittwoch von einer Person bemerkt. Demnach war die Fellnase mit einer kurzen Leine am Halsband an einem Baum befestigt und habe einen "sichtlich gestressten Eindruck gemacht".
Aufmerksame Passantinnen und Passanten hätten ihn schließlich mit Wasser versorgt, den Halter ausfindig gemacht und den Fall gemeldet.
Bereits am Tag zuvor beobachteten Zeugen, wie der Hund über einen längeren Zeitraum bei hochsommerlichen Temperaturen und ohne Versorgung alleine vor dem Unternehmen saß.
Dass das Tier nicht zu Schaden gekommen ist, ist ein Glücksfall, betonen die Tierschützer.
Aufgrund der hohen Temperaturen sowie der fehlenden Versorgung hätte der Vierbeiner erhebliche gesundheitliche Beeinträchtigungen bis hin zu einem lebensbedrohlichen Hitzschlag davontragen können.
"Ein Tier ist kein Gegenstand, den man während der Arbeitszeit einfach 'parken' kann. Dieses Verhalten ist unverantwortlich und tierschutzwidrig", findet Björn Thun, Fachreferent bei PETA, deutliche Worte. Zumal eine solche Situation bei einem Hund neben extremen körperlichen Qualen auch zu Angstzuständen und extremem seelischen Leid führe.
Die Tierrechtsorganisation hat die Missstände inzwischen dem Veterinäramt der Stadt Köln gemeldet und Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft gegen den Halter erstattet. "Wir hoffen, dass der Halter zur Rechenschaft gezogen wird und der Hund nie wieder unter solchen Bedingungen leiden muss", betont Thun.
PETA fordert bundesweiten Hundeführerschein
Darüber hinaus nimmt PETA den Fall zum Anlass, um erneut einen bundesweiten Hundeführerschein zu fordern. Eine gesetzlich geregelte Pflicht zum Sachkundenachweise vor der Aufnahme eines Tieres könne demnach dazu beitragen, dass Hundehalterinnen und -halter ihre Tiere besser verstehen und deren Bedürfnissen gerecht werden.
Hinzu kommt, dass ein verpflichtender Hundeführerschein nach Ansicht der Tierschützer dazu führen könnte, dass sich Menschen, die sich bislang noch nicht ausführlich mit der Hundehaltung auseinandergesetzt haben, von einem eventuellen Impulskauf abgehalten werden könnten.