"Im höchsten Maße tierschutzwidrig": Landkreis Harz nimmt Verein 120 Tiere weg

Von Dörthe Hein

Halberstadt - 120 Wild- und Haustiere sowie Exoten hat das Veterinäramt des Landkreises Harz einem Verein weggenommen, nachdem es zahlreiche Mängel bei der Haltung festgestellt hat.

Die Gehege und Boxen seien teilweise zu klein und stark verschmutzt gewesen. (Symbolfoto)  © Uwe Zucchi/dpa

"Die Haltungsumstände aller Tiere mussten als nicht artgerecht beurteilt werden", teilte der Landkreis mit.

"Zum Teil waren die vorgefundenen Zustände im höchsten Maße tierschutzwidrig: So waren die Tiere nicht artgerecht untergebracht und die Hygiene mangelhaft." 

Gehege und Boxen seien teilweise zu klein gewesen, viele stark kotverschmutzt und lange nicht gereinigt. Den Angaben zufolge fehlte größtenteils frisches Wasser, teilweise auch Futter.

Tiere Kamel hat keine Lust mehr und wirft Touristen ab: Zwei Menschen verletzt

Die "Volksstimme" und die "Mitteldeutsche Zeitung" berichten, dass die Tiere auf einem Grundstück im Ballenstedter Ortsteil Radisleben gehalten wurden. 

Die Liste der betroffenen Tiere ist lang: Pferd, Ziegen, Schweine, Kaninchen, Meerschweinchen, Papageien und Sittiche, Hühner, Pfauen, Enten, Tauben, Wachteln, Mäuse, Katzen und Hunde zählt der Landkreis auf.

Zudem seien Wildschweine dabei gewesen, Uhu, Schleiereule, Waschbären, Falke, Rabe, Mauersegler, Fuchs, Nutria, Igel und Singvögel, auch Schildkröten und Geckos.

Anzeige

Beschwerde führte zu Kontrolle

Wegen einer Beschwerde hatte das Veterinäramt die Tierhaltung Mitte Juli unangekündigt kontrolliert. Dabei wurden laut Landkreis die Verstöße gegen das Tierschutzgesetz und das Bundesnaturschutzgesetz dokumentiert. 

Am Mittwoch wurden die Tiere dann amtlich fortgenommen und in geeignete andere Einrichtungen im Landkreis und weiteren Landkreisen gebracht. Auch ein Strafverfahren wurde eingeleitet.

Der Landkreis Harz wies Bürgerinnen und Bürger noch einmal ausdrücklich darauf hin, hilflose, verletzte oder kranke Wildtiere nur an dafür bestimmten Stellen abzugeben, die über eine ausreichende Sachkunde verfügen - zum Schutze der Tiere.

Mehr zum Thema Tiere: