Familienkatze Kira sechseinhalb Jahre vermisst, dann klingelt plötzlich das Telefon

Rixfeld/Herbstein - Mit einem solchen Anruf hatte Familie Roos aus dem mittelhessischen Vogelsbergkreis nicht mehr gerechnet. Sechseinhalb Jahre nach dem Verschwinden ihrer Katze Kira ist die heute 13 Jahre alte Samtpfote überraschend zu ihrer Familie zurückgekehrt.

Familienkatze Kira wurde sechseinhalb Jahre vermisst und tauchte plötzlich wieder auf.
Familienkatze Kira wurde sechseinhalb Jahre vermisst und tauchte plötzlich wieder auf.  © Sandra Roos

Kira war in Rixfeld, einem ländlichen Ortsteil von Herbstein, wohlbehütet aufgewachsen. Als Freigängerin gehörte sie fest zur Nachbarschaft. Zuverlässig erschien sie zu den Mahlzeiten wieder zu Hause.

Doch Ende Juli 2019 blieb sie plötzlich verschwunden. "Ich rief sie wie jeden Abend, aber Kira kam nicht mehr", erinnert sich Katzenhalterin Sandra Roos gegenüber der Tierschutzorganisation Tasso.

Die Familie reagierte sofort: Kira wurde als vermisst gemeldet, Suchplakate wurden verteilt, Tierarztpraxen und Tierheime informiert.

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"Wir drehten wochenlang jeden Stein um, fragten alle Nachbarn, schauten in jede Scheune, aber Kira war wie vom Erdboden verschwunden", sagt Roos. Mit zunehmender Zeit schwand dann auch die Hoffnung, das Tier jemals wieder lebend zu sehen.

Kira sei sehr anschmiegsam und stark auf ihre Familie fixiert gewesen, Fremden gegenüber jedoch scheu, berichtet Roos. Irgendwann habe man daher befürchtet, dass sie überfahren worden sein könnte. Die Trauer sei groß gewesen, besonders für die Tochter der Familie. Dann, nach mehr als sechs Jahren, kam plötzlich der unerwartete Anruf von Tasso: In Herbstein, nur rund vier Kilometer vom Zuhause der Familie entfernt, war eine stark abgemagerte Katze aufgefallen.

Familienkatze Kira tatsächlich gefunden: Wiedersehen wird emotional

Als wäre nie etwas gewesen, fühlt sich Kira zu Hause schon wieder pudelwohl.
Als wäre nie etwas gewesen, fühlt sich Kira zu Hause schon wieder pudelwohl.  © Sandra Roos

Mitarbeiter eines Druckhauses hatten das Tier entdeckt, als es laut miaute. Weil Kira sehr dünn wirkte und wie eine Streunerkatze aussah, versorgten sie sie zunächst mit Futter.

Zwei Tage später brachten die Finder die Fellnase in eine Tierarztpraxis, um prüfen zu lassen, ob sie gechippt ist und möglicherweise vermisst wird. Tatsächlich konnte anhand des implantierten Transponders schnell festgestellt werden, dass es sich um die so lange vermisste Kira handelt.

"Ich war völlig aus dem Häuschen, als ich die Nachricht hörte. Sofort machte ich Mittagspause, rief meine Tochter an und wir fuhren zusammen zu dem Druckhaus, in dem Kira zwischenzeitlich liebevoll umsorgt wurde", sagt Roos.

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Das Wiedersehen sei tränenreich und total emotional verlaufen. "Aufgrund ihres körperlichen Zustandes vermuten wir, dass sie sich die ganzen Jahre auf der Straße durchgeschlagen hat. Für uns ist es ein Wunder, dass Kira wieder da ist, damit hätten wir niemals gerechnet. Sie ist jetzt 13 Jahre alt und ich hoffe, wir können noch ein bisschen Zeit miteinander verbringen", erklärt Roos.

Wieder zu Hause steuerte Kira zunächst die Küche an. Anschließend legte sich die Samtpfote umgehend auf ihren früheren Lieblingsplatz auf dem Sofa, ganz so, als wäre sie nie fort gewesen. Inzwischen lebt mit Cookie eine zweite Katze im Haushalt. "Kira und Cookie arrangieren sich gut", so Roos erleichtert. Ende gut, alles gut.

Titelfoto: Montage: Sandra Roos

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