Wildkatzen in Gefangenschaft gezüchtet: Nun sollen sie freigelassen werden

Schottland - Etwa 20 speziell gezüchtete Wildkatzen werden von Naturschützern an geheimen Orten in den schottischen Highlands freigelassen. Doch was ist der Grund dafür?

In den Parks und Wäldern Schottlands gibt es kaum noch wild lebende Katzen.
In den Parks und Wäldern Schottlands gibt es kaum noch wild lebende Katzen.  © SAVING WILDCATS/RZSS

In vielen Ländern Europas stehen Wildkatzen heute unter Naturschutz. Der Mensch macht es ihnen durch Verkehr und Landwirtschaft nicht leicht.

Aber auch Tiere wie Luchse, Wölfe und Raubvögel haben es vor allem auf den Nachwuchs der Kleinkatzen abgesehen.

In Großbritannien hat die Royal Zoological Society of Scotland (RZSS) daher ein interessantes Projekt gestartet. Bis zu 60 Exemplare sollen laut BBC innerhalb der nächsten drei Jahre in die Freiheit entlassen werden.

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Forscher und Wissenschaftler schätzen, dass in Schottland nur noch etwa 30 Wildkatzen in freier Wildbahn leben. Die Schottische Wildkatze gilt damit als "funktionell ausgestorben".

"Die Zahl der Tiere ist zu gering, die Hybridisierung zu weit fortgeschritten und die Population zu zersplittert", lautet das negative Fazit eines aktuellen Berichts.

Dennoch setzt man in das Projekt, das im Cairngorms-Nationalpark im Norden Schottlands durchgeführt wird, große Hoffnungen.

Bauern und Landwirte befürchten große Schäden durch Wildkatzen

Eine Europäische Wildkatze (Felis silvestris silvestris), aufgenommen im Nationalpark Bayerischer Wald.
Eine Europäische Wildkatze (Felis silvestris silvestris), aufgenommen im Nationalpark Bayerischer Wald.  © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

Die Wildkatzen werden zunächst freigelassen und mit Satellitenhalsbändern versehen, damit sie sorgfältig überwacht und kontrolliert werden können.

Obwohl sich die Fellnasen überwiegend von Mäusen, Wühlmäusen und Kaninchen ernähren, von denen es im Nationalpark reichlich gibt, befürchten Ökologen, dass die Tiere vor großen Überlebensproblemen stehen werden.

Auch die örtliche Bevölkerung ist von dem Naturschutzprojekt nur mäßig begeistert. Es wird befürchtet, dass die Wildkatzen die wertvollen Schneehühner und Fasanenküken der Landwirte fressen könnten.

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Projektleiterin Dr. Helen Senn zeigt sich dennoch optimistisch: "Wir hoffen, dass dieses Vorhaben den Weg für die vollständige Erholung der letzten einheimischen Katzenart in Schottland ebnen wird."

Sie ergänzt: "Leider ist das Leben für wilde Raubtiere hart - und die traurige Realität ist, dass einige der Wildkatzen, die wir freilassen, aufgrund von Gefahren wie dem Straßenverkehr nicht überleben werden. Das Überleben der Tiere hängt von ihrem individuellen Verhalten in ihrer neuen Umgebung ab."

"Da der Mensch für den Rückgang der Wildkatzen verantwortlich ist, haben wir die Verantwortung, jetzt zu handeln, um eines unserer seltensten und am stärksten bedrohten Säugetiere zu schützen", so Dr. Senn.

Titelfoto: SAVING WILDCATS/RZSS

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