Nach Wal-Drama um "Timmy": Minister schlägt Alarm für Nord- und Ostsee
Von Christopher Weckwerth
Hannover - Die Aufregung um den Buckelwal "Timmy" sollte nach Ansicht von Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer (51, Bündnis 90/Die Grünen) den Blick auf den Zustand von Nord- und Ostsee lenken.
Es sei wichtig, "nicht nur über einen Wal immer zu diskutieren, sondern wir müssen insgesamt über den Meeresschutz neu nachdenken", sagte der Grünen-Politiker im Landtag. Die Meere seien durch Verschmutzung, menschliche Nutzung und Klimakrise stark belastet.
Meyer forderte unter anderem, zurückgelassene Fischernetze und Plastikmüll aus den Meeren zu entfernen, Rückzugsräume für Wale und andere Meerestiere zu schaffen sowie den Unterwasserlärm etwa beim Bau von Offshore-Windparks zu verringern.
Der Meeresschutz beginne dabei an Land, "weil alles, was wir als Menschen von Müllresten hineinbringen, zu einer Verunreinigung unserer Ozeane und Meere führt".
Das Buckelwal-Weibchen "Timmy" war mehrfach vor deutschen Küsten gestrandet.
Eine private Initiative brachte das Tier schließlich Anfang Mai entgegen der wissenschaftlichen Empfehlung mit einem Lastschiff in die Nordsee und setzte es dort aus. Wenige Tage darauf starb der Wal und wurde später tot am Strand der dänischen Insel Anholt angespült.
Titelfoto: Fotomontage: Lars Penning/dpa, Marcus Golejewski/dpa
